Cricket wetten: Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis unter der Lupe
Stand: 30. Oktober 2026. Alle Angaben zur Erlaubnis wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) geprüft, die Liste in der Fassung mit Stand 2. Oktober 2026.

Wer über Cricket in Deutschland redet, redet zuerst über zwei Zahlen. Die erste ist die 1.000 – das monatliche Einzahlungslimit, das für jeden Spieler bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis gilt, zusammen über alle Anbieter hinweg. Die zweite ist die 5: der Anteil, den der Buchmacher von jedem Euro behält, den er auf ein Zwei-Weg-Paket zu je 1,90 annimmt. Beide Zahlen verhandelt der Spieler nicht, und beide bestimmen mehr über sein Cricket-Vergnügen als jede Bonuszeile auf einer Startseite. Genau darum geht es hier: nicht darum, welcher Anbieter am lautesten mit einem Willkommensgeschenk winkt, sondern darum, was das Angebot unter dem Strich kostet.
Was der Schutzrahmen kostet
Vor dem ersten Ball: das Limit, das den Rahmen setzt
Cricket ist keine Sportart der kurzen Einsätze. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Wer während einer Session auf wechselnde Spielstände setzt, gibt in fünf Tagen mehr Geld aus, als ihm lieb ist. Das Einzahlungslimit der deutschen Erlaubnis ist deshalb kein Bürokratieanhängsel, sondern der wichtigste Parameter des ganzen Vergnügens.

Es liegt per Vorgabe bei 1.000 € pro Kalendermonat, und es gilt über alle Anbieter hinweg zusammen. Durchgesetzt wird es über die LUGAS-Limitdatei, in der die Anbieter die Einzahlungen eines Spielers abgleichen. Das ist der Punkt, an dem in Foren regelmäßig das große Missverständnis sitzt: Wer bei vier Whitelist-Anbietern spielt, kann die 1.000 € nicht vier Mal einzahlen. Es ist ein Topf, nicht vier.
Wer mehr einzahlen will, braucht einen Nachweis. Ein Anbieter kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen – bis 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000 bis 30.000 €, und Letzteres für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler – aber nur gegen einen belastbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Das Herabsetzen wirkt sofort, das Heraufsetzen erst nach sieben Tagen. Diese Asymmetrie ist Absicht: Spontankäufe in die Freiheit gibt es nicht.
Für den praktischen Umgang heißt das: Wer Cricket im Monatsrhythmus verfolgt, sollte sein Limit nicht am ersten Turniertag ausschöpfen. Zwischen zwei Ausgaben des Cricket World Cup liegen vier Jahre, zwischen zwei IPL-Wochen liegen dagegen täglich mehrere Spiele. Das Limit ist ein Monatsobjekt, und ein Monat hat bei laufender Twenty20-Liga deutlich mehr Gelegenheiten als bei einem einzelnen Test-Match.
Sperren, die greifen, bevor der Klick teuer wird
Die zweite Schutzschiene ist die Selbstsperre. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, in das sich ein Spieler eintragen lassen kann; die Anbieter fragen es bei der Registrierung und bei jedem Login ab. Wer eine Frist nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; wer keine nennt, mindestens ein Jahr. Die Frist beginnt nicht am Rand eines Wettscheins, sondern dort, wo sie soll: vor dem Angebot.

Dazu kommt der Panikbutton. Er löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus – kein Formular, kein Warteschleifen-Telefonat, keine Begründung. Für einen Spieler, der gerade merkt, dass ein Live-Match ihn mehr kostet, als er geplant hatte, ist das die einzige Maßnahme auf der Seite, die ohne Verhandlung funktioniert.
Der Punkt, der hier selten ausgesprochen wird: Diese Werkzeuge hängen an der Erlaubnis. Offshore-Seiten stehen weder mit OASIS noch mit LUGAS in Verbindung. Ein Sperrantrag, den ein Spieler bei einem Whitelist-Anbieter stellt, bremst ihn dort – bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hat die Sperre keinerlei Wirkung. Es gibt im Rahmen der deutschen Erlaubnis kein paralleles Spielen bei mehreren Anbietern: Die Aktivitätsdatei verbietet es. Wer also glaubt, mit einem zusätzlichen Zweitkonto irgendwo mehr Spielraum zu gewinnen, verliert genau die Grenze, die ihn schützt.
Zwischen Anmeldung und Prüfung liegt übrigens ein Fenster, das man kennen sollte. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. In dieser Zeit läuft der Einsatz, aber kein Gewinn nach draußen. Wer in dieser Phase einen Livegewinn stehen hat, kann ihn sehen, nicht abheben.
Geld, das einmal eingezahlt ist, liegt auf einem treuhänderisch verwalteten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen und ohne Gebühren ausgezahlt. Man kann über diese Vorschrift die Nase rümpfen, weil sie so trocken klingt; sie ist der Grund, warum ein deutscher Anbieter einem Spieler im Januar nicht mit der Insolvenzmeldung im Februar gegenübersitzt.
Spielplan: was wann überhaupt zu haben ist
Formate bestimmen, wie lange Geld im Spiel bleibt
Cricket besteht aus zwei Mannschaften mit je 11 Spielern, einem Spiel mit zwei oder vier Innings und einem Over aus sechs regulären Bällen. Aus dieser Mechanik wachsen die drei Formate, und jedes verhält sich beim Wetten anders.
Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von rund zwei Stunden. Ein One-Day International umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings. Ein Twenty20 bringt 20 Overs pro Innings und höchstens 75 Minuten je Innings unter.
Was bedeutet das für den Wettschein? Ein Test-Match ist für Live-Wetten die denkbar schlechteste Umgebung: fünf Tage, in denen der Spielstand in jede Richtung kippen kann, und weil die deutsche Erlaubnis Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche, seltene Komponente zulässt, bleibt von der Live-Auswahl bei einem Fünf-Tage-Spiel fast nichts übrig. Zwischenstandswetten sind kein Thema. Wer auf ein Test-Match setzt, setzt vor dem ersten Ball – oder gar nicht.
ODI und T20 liegen anders. Sie sind kurz, sie haben klare Enden, und sie passen in einen Abend. Für einen Spieler mit 1.000 € Monatslimit sind sie das Format, in dem sich das Limit überhaupt kontrolliert über den Monat verteilen lässt. Ein Test-Match bindet Geld über eine Woche für einen einzigen Ausgang; fünf T20-Partien binden dieselbe Summe fünf Mal, jeweils für drei Stunden.
Weltmeisterschaft, Länderspiele, Ligen
Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt, seit 1987 so und zuvor mit 60. Die erste Austragung war 1975 in England, und Rekordsieger ist Australien mit sechs Titeln.
Den World Cup 2023 gewann Australien bei indischer Gastgeberschaft. Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Diese Erweiterung ist kein Randdetail für Wettende: mehr Teams heißt mehr Partien mit klaren Favoriten, und ein 50-Over-Spiel zwischen einem der stärksten und einem der schwächsten Teilnehmer ist der wettbewerbsärmste Markt, den das Programm hergibt.
Die Indian Premier League ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. Für deutsche Spieler ist sie die praktischste Turnierform überhaupt: Spiele in einem Format, das in einen Abend passt, über Wochen hinweg, mit einem Kader voller Namen, die auch wer nur gelegentlich Cricket schaut einordnen kann.
Dass ein Finale nicht nach Papierform endet, steht im Ergebnis von 2019: Nach 50 Overs stand es 241:241, nach dem Super Over 15:15 – England gewann über die Zahl der Boundaries. Wer für dieses Finale eine Wette auf ein Team platziert hatte, hat sie bis zur letzten Auszählung leben sehen. Der Gedanke daran gehört zu jeder Prognose dazu.
Nur wenige deutsche Anbieter führen Cricket überhaupt mit voller Markttiefe. Das ist keine Marketingaussage, sondern eine Folge des Sportwettprogramms, das die Art der Wetten vorgibt, und der Nachfrage. Ein Anbieter, der sein Programm auf Fußball zuschneidet, wird ein Fünf-Tage-Test-Match nicht mit derselben Sorgfalt bepreisen wie ein Abendspiel der IPL.
Unterbrechungen: der Punkt, an dem der Wettschein neu gerechnet wird
Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. In 50-Over-Partien muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf – sonst gilt das Spiel als „No Result“. Ausnahmen gibt es: wenn ein Team all out ist oder das Ziel früher erreicht.
Eingeführt wurde die Methode 1997, 1999 übernahm der International Cricket Council sie offiziell, und seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den heutigen Namen.
Für einen Wettschein ist die Regel ein Sonderfall mit Kosten. Ein Spiel, das als „No Result“ gewertet wird, bedeutet bei den meisten Anbietern die Rückabwicklung – der Einsatz kommt zurück, mehr nicht. Wer vor dem Regen auf einen Sieger gesetzt hat und nun wartet, bekommt kein Geld für die richtige Idee. Das ist der Preis dafür, dass Regen in dieser Sportart nicht selten ist: Ein Limited-Overs-Spiel verliert seinen Ausgang nicht nur durch Cricket, sondern auch durch Wolken. Wer sich das klarmacht, versteht, warum ein Cricket-Wettschein häufiger als ein Fußball-Wettschein einfach zurückkommt.
Endet ein Spiel dagegen mit gleichem Punktestand nach allen Innings, gilt es als Tie – nach Angaben aus dem Cricket sehr selten. Und ein Draw ist in der Regel ein Spiel, bei dem die Zeit vor dem Ende aller Innings abläuft. Drei Ergebnisse, drei verschiedene Abrechnungen, und wer den Unterschied nicht kennt, hält einen Tie für eine Rückerstattung. Es ist keine.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Cricket ist bei den zehn hier geprüften Anbietern keine Selbstverständlichkeit. Die deutsche Erlaubnis erlaubt es – was ein einzelner Anbieter dann tatsächlich in sein Programm aufnimmt, entscheidet er selbst.
| Anbieter | Erlaubnis und Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis erteilt |
|---|---|---|
| Tipico | auf der GGL-Whitelist; Tipico Co. Limited | erstmals 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| ODDSET | auf der GGL-Whitelist; Oddset Sportwetten GmbH | erstmals 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| NEO.bet | auf der GGL-Whitelist; Greenvest Betting Limited | erstmals 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Tiptorro | auf der GGL-Whitelist; Torro Tec Limited | erstmals 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| DAZN Bet | auf der GGL-Whitelist; DZBT Operations Limited | erstmals 22.08.2023 |
| Sportwetten.de | auf der GGL-Whitelist; NetX Betting Limited | erstmals 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| 888sport | auf der GGL-Whitelist; 888 Germany Limited | erstmals 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Betway | auf der GGL-Whitelist; Betway Limited | erstmals 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| bwin | auf der GGL-Whitelist; bwin (Deutschland) Limited | erstmals 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Interwetten | auf der GGL-Whitelist; Interwetten Gaming Limited | erstmals 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Zwei Muster fallen beim Lesen dieser Spalten auf, und beide haben nichts mit Cricket zu tun. Das erste: Die Erst-Erlaubnisse streuen um gut drei Jahre. Die frühesten – Tipico, NEO.bet und bwin – erhielten sie am 09.10.2020, die jüngste gehört DAZN Bet und datiert vom 22.08.2023. Sechs Anbieter, darunter sechs der zehn, bekamen Ende 2022 eine Folgeerlaubnis, in einem Zeitfenster von zwei Wochen im Dezember.
Das zweite Muster: Fast alle Inhaber sitzen in Malta. Ta’Xbiex, Gzira, Tigne‘ Point, Birkirkara, Sliema lauten die Adressen der Holdings – mit zwei Ausnahmen: 888sport führt 888 Germany Limited und die Holding 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, und NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben. Ein Firmensitz in Malta sagt für sich genommen nichts über die Erlaubnis. Der Sitz ist eine steuerrechtliche und gesellschaftsrechtliche Frage; die Erlaubnis ist eine aufsichtsrechtliche, und die wird in Halle an der Saale erteilt, nicht im Mittelmeer.
Die Whitelist ist die einzige Prüfung, die zählt, und sie ist eine Momentaufnahme mit Stand 2. Oktober 2026. Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum. Wer wissen will, ob ein Anbieter heute darf, muss die Liste heute aufrufen. Den Hinweis, dass eine Whitelist-Adresse ein Betrugsarchiv sein könnte, braucht niemand – wer die Liste aufruft, sieht die geprüfte Domain, und nur sie trägt die Sportwetten-Erlaubnis. Ein Halter mit Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnis hat damit keine Sportwetten-Genehmigung für eine andere Domain.
Und noch ein Punkt, der die Tabelle erst lesbar macht: Der Name eines Anbieters ist nicht der Name seines Betreibers. Dass hinter Sportwetten.de die NetX Betting Limited steht oder hinter DAZN Bet die DZBT Operations Limited, interessiert nicht bei der Anmeldung, aber es interessiert bei allem, was danach schiefgeht: Vertragspartner, Beschwerdeweg und Aufsicht hängen an der Gesellschaft, nicht an der Domain.
Was Cricket bei diesen Anbietern kostet
Quoten, Formate, Bonus: die drei Dinge, die zusammengehören
Beim Cricket zählt die Quotenstellung mehr als bei jeder anderen Sportart mit breitem Angebot. Ein Limited-Overs-Spiel hat zwei klare Favoriten-Neigungen, häufig viel deutlicher als ein Fußballspiel. Eine Quote von 1,90 auf beide Seiten eines Zwei-Weg-Marktes – nur ein Rechenbeispiel, keine zitierte Quote – enthält eine Marge, die man einmal nachrechnen sollte, weil sie sich ab einem bestimmten Punkt für den Anbieter doppelt lohnt.
Cricket-Wetten sind bei Whitelist-Anbietern als Einzelwette, als Kombiwette und in manchen Programmen als Systemwette spielbar. Die Kombination mehrerer Auswahlen multipliziert die Quoten. Das klingt zunächst nach einem höheren Gewinn. Es ist auch ein höherer Preis – die Marge des Anbieters wird dabei pro Auswahl fällig, und sie verschwindet nicht, weil mehr Auswahlen auf dem Schein stehen.
Der Willkommensbonus hat mit dem ersten Cricket-Spiel nur selten etwas zu tun. Er richtet sich an Fußball-Neukunden, läuft über einen Umsatz und eine Mindestquote, und die Größe des geschenkten Betrags sagt wenig über den Beitrag eines Cricketspielers. Wer wegen eines Bonus beitreten möchte, sollte ihn als das betrachten, was er ist: eine Rabattaktion, deren Bedingungen man vor dem Beitritt liest.
Rechenweg: was in einer Quote steckt
Der Quotenschlüssel beschreibt, welchen Anteil aller Einsätze ein Markt wieder an die Spieler zurückgibt. Er ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Für ein Zwei-Weg-Paket zu 1,90 und 1,90 ergibt 1 ÷ 1,90 den Kehrwert 0,5263; zweimal 0,5263 macht 1,0526. Der Kehrwert davon liegt bei 0,95.
Die Rückzahlungsquote liegt damit in der Gegend von 95 %, die Marge in der Gegend von 5 % – für dieses Rechenbeispiel und für diese beiden Quoten. Der Satz gilt für dieses Paket, nicht für Cricket generell. Bei einem Live-Markt, bei einem Kombischein oder bei einem Nischenmarkt mit dünnem Angebot liegt er anders, und die Richtung verrät die Logik: Wo der Anbieter weniger Konkurrenz hat, wird der Satz kleiner. Der vielleicht wichtigste Satz dieser Seite: Diese 5 % fallen bei jedem Einsatz an, auf jeden Fall, während der Bonus ein Geschenk ist, das ein einziges Mal und unter Bedingungen kommt.
Cricket im Angebot der zehn Anbieter
Tipico: Programmtiefe und Cashout statt Bonusversprechen
Tipico hat seine Sportwetten-Erlaubnis erstmals am 09.10.2020 erhalten, mit Folgeerlaubnis vom 09.12.2022, und steht als Anbieter mit der Tipico Co. Limited auf der Whitelist.
Für Cricket heißt das zunächst nicht viel – die Erlaubnis erlaubt es, sie liefert keine Markttiefe. Was Tipico bei den Produktfunktionen zeigt, ist der Cashout. Die Tipico Sportwetten App wird im App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten, und in der Entwicklerbeschreibung wird „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein genannt; dazu Live-Wetten auch während des Fußballspiels.
Für einen Cricketspieler ist das die Funktion, die ein Test-Match erträglich macht. Wer auf einen Fünf-Tage-Ausgang gesetzt hat und am dritten Tag sieht, wie das Wetter umschlägt und die Bedingungen kippen, hat mit Cashout die Möglichkeit, den Wettschein vorzeitig zu schließen – bei einem Spiel, das sonst eine Woche lang offen bleibt und am Ende vielleicht als „No Result“ zurückkommt. Der Ausstieg kostet etwas, denn der Anbieter rechnet seinen Anteil in den Rückkaufpreis ein; das ist eingepreist. Aber es ist die einzige Handhabe, die einem langen Cricketspiel etwas entgegensetzt.
Die Erlaubnis wird von der Tipico Co. Limited gehalten, nicht von Tipico B2B Ltd, dem Entwickler der App – wer sich für dieses Angebot interessiert, hat mit der Ltd. aus Malta einen anderen Vertragspartner als den Namen auf dem Icon.
Zwei Daten und zwei Firmen – das ist der ganze Cricket-Anteil an dieser Stelle. Wer Markttiefe bei Nischen-Test-Spielen sucht, wird anderswo sehen müssen, welches Programm zu ihm passt.
ODDSET: staatlicher Ursprung, klarer Vertragspartner
ODDSET trägt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 18.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Die Oddset Sportwetten GmbH ist als Inhaber geführt.
Was ODDSET von den anderen neun unterscheidet, ist die Erlaubnis selbst: Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb, Aufsichtsbehörde ist die GGL mit Sitz in Halle (Saale). Der stationäre Vertrieb ist der Punkt.
Bei einem Anbieter mit stationärem Vertrieb gibt es einen zweiten Weg, an dem ein Cricketspiel vorbeikommt: das Geschäft vor Ort. Für einen Spieler, der die 1.000 € des Monats schon ausgereizt hat, ändert das nichts – das Limit gilt über alle Anbieter hinweg, ob online oder offline. Der Weg über eine Filiale ändert also nicht die Grenze, sondern nur den Ort, an dem man ansteht.
Die Bescheidnennung selbst ist ein Detail von begrenztem Reiz, aber nicht ohne Wert: Sie führt eine konkrete Behörde mit konkreter Adresse, und wer wissen will, wo eine Beschwerde landet, hat hier die Antwort.
Die zwei Firmen desselben Konzerns, die getrennten Rechte, der stationäre Kanal – das ist die eigentliche Eigenheit dieses Anbieters. Ob ein Bonuspaket dort zu einem passenden Cricketangebot führt, liest man besser in den Bedingungen.
NEO.bet: eine Erlaubnis, zwei Daten, wenig Brimborium
NEO.bet steht mit der Greenvest Betting Limited als Betreiberin auf der Whitelist, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
Das ist bei NEO.bet die ganze Geschichte. Kein Konzernname, der eine Fernsehmarke trägt, kein Programm aus dem Fernsehen, keine zweite Marke im Rücken – ein Betreiber, ein Erlaubnisdatensatz, eine Domain. Für Cricket bedeutet das schlicht: Wer dort spielt, spielt bei der Greenvest Betting Limited, und was er über das Cricketprogramm wissen will, muss er sich dort selbst ansehen.
Für einen Vergleich dieser Art ist die Lücke kein Makel, sie ist die Information. Die Whitelist prüft eine Verbindung: Domain, Inhaber, Erlaubnisart. Sie prüft nicht, ob ein Anbieter ein Qualitätsprogramm hat, ob Olympia, ob Kreisliga, ob Fünf-Tage-Cricket. Wer das wissen will, kann nur ins Wettprogramm schauen.
Bei einem Anbieter ohne breit beworbenes Programm lohnt der direkte Weg ohnehin. Vor dem ersten Einsatz das Wettprogramm öffnen, ein Test-Match und ein Twenty20 suchen und sich ansehen, welche Märkte und welche Quoten dort stehen. Dieses Vorgehen kostet fünf Minuten und liefert mehr als jeder Vergleich dieser Art liefern kann.
Tiptorro: eine App, ein Name aus Malta
Tiptorro führt als Whitelist-Inhaber die Torro Tec Limited, mit Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL beschreibt.
Die Selbstbeschreibung deckt sich mit dem Whitelist-Eintrag, und das ist bei einem Anbieter dieses Formats die relevanteste Feststellung. Es gibt keine zweite Marke, die man mitprüfen müsste, keinen unterschiedlichen Namen für App und Domain. Ein Spieler weiß hier von der ersten Sekunde an, mit wem er es zu tun hat.
Für Cricket bleibt es bei der nüchternen Lage: keine Angaben zum Umfang des Cricketprogramms. Wer darauf angewiesen ist, kann das nicht aus der Erlaubnis ableiten und auch nicht aus der App-Beschreibung – nur aus einem Blick ins Wettprogramm selbst.
Der günstigste Moment, das herauszufinden, liegt vor der Anmeldung, nicht danach.
DAZN Bet: der jüngste Erlaubnisdatensatz im Feld
DAZN Bet ist der jüngste Einstieg unter den zehn: Die DZBT Operations Limited mit Sitz in MRO Frank Galea Street, Zebbug, Malta, ist als Veranstalterin der Sportwetten unter DAZN Bet geführt, und die Sportwetten-Erlaubnis ist in der GGL-Übersicht seit dem 22. August 2023 verzeichnet. Sie ist die einzige Erst-Erlaubnis im Feld, die nicht aus den Jahren 2020 und 2021 stammt.
Ein junger Anbieter hat einen praktischen Vorteil und einen praktischen Nachteil. Der Vorteil: keine jahrelang gewachsene Programmstruktur, die man umbauen müsste – ein Cricketmarkt kann von Anfang an dabei sein, statt nachträglich hineingedrückt zu werden. Der Nachteil: ein Programm, das sich noch an Fußballsehern ausrichtet, weil die Marke aus dem Sportstreaming kommt und ihre Zielgruppe mitbringt.
Die Erlaubnis läuft fünf Jahre ab Erteilung, und die Whitelist nennt kein Enddatum. Wer die Aktualität dieses Eintrags prüfen will, ruft die Liste auf – so wie bei jedem anderen Anbieter hier.
Sportwetten.de: die beschreibende Domain und die Holding dahinter
Für Sportwetten.de ist in der GGL-Übersicht die NetX Betting Limited, 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta, geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert erstmals vom 19.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.
Die Domain beschreibt die Tätigkeit, und der Betreiber trägt sie nicht im Namen. Wer Vertragsfragen oder Beschwerden klären muss, richtet sie an die NetX Betting Limited in Birkirkara – nicht an die Marke, deren Name wie eine Gattungsbezeichnung klingt. Das ist bei diesem Anbieter der Punkt, den man vor der Anmeldung wissen sollte, weil er später schwer zu rekonstruieren ist.
In Birkirkara sitzen übrigens mehrere Anbieter dieses Feldes. Das macht Malta für den deutschen Markt nicht verdächtig, es macht die Adresse nur nutzlos als Qualitätsmerkmal: Ein Sitz im selben Haus verbindet zwei Firmen rechtlich nicht.
Wie tief das Cricketangebot dort ist, entscheidet der Anbieter in seinem Programm. Die Erlaubnis sagt es nicht.
888sport: eine Börsennotierung als Unterschied
888sport steht als Anbieter mit der 888 Germany Limited auf der Whitelist, Erlaubnis erstmals 30.06.2021, Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Dahinter steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Diese Notierung ist eine Information mit Inhalt: Ein börsennotiertes Unternehmen veröffentlicht Abschlüsse, ist berichtspflichtig und unterliegt einer weitergehenden Offenlegung. Für einen Spieler, dem die Unternehmensgröße hinter einer Wettmarke wichtig ist, ist das ein handfestes Datum und keine Werbezeile.
Die britische Erstnotierung von September 2005 und die deutsche Sportwetten-Erlaubnis von 2021 sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Zwischen den beiden liegen sechzehn Jahre und ein Rechtsrahmen, den es 2005 in dieser Form nicht gab. Ein guter Grund, zwei Daten nicht zu einem Argument zu verkleben.
Was das Cricketprogramm angeht, bleibt es bei der offenen Frage, die nur das Angebot selbst beantwortet.
Betway: Cashout in Teilen und ein Konfigurator
Betway ist als Anbieter mit der Betway Limited auf der Whitelist geführt, Erlaubnis erstmals 09.03.2021, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.
Zum Produkt ist einiges konkret: Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Dazu bietet Betway einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, den Konfigurator+, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.
Der Teil-Cashout ist ein Werkzeug, das der Sportart entgegenkommt. Bei einem Fünf-Tage-Test-Match sinkt und steigt der Wert eines Wettscheins im Rhythmus der Sessions. Wer nur die Hälfte herausschneiden kann, nimmt ein Stück Risiko aus dem Schein und lässt den Rest laufen – die Wahl zwischen ganz raus und ganz drin, die viele Anbieter anbieten, schenkt einem diese Zwischenstufe nicht.
Der Konfigurator+ ist ausdrücklich für Fußball beschrieben. Das sagt das eine über Fußball und nichts über Cricket. Ein Spieler, der Cricket im Wettprogramm sucht, sollte das nicht als Zusage lesen.
Zwei verschiedene Werkzeuge, ein klarer Hinweis, dass der Konfigurator nicht für alle Sportarten gilt – das ist ein Anbieter, bei dem sich ein Blick ins Programm vor der Einzahlung lohnt.
bwin: eine der ersten Erlaubnisse des Feldes
bwin steht als Anbieter mit der bwin (Deutschland) Limited, Sitz in Gzira, Malta, auf der Whitelist, Erlaubnis erstmals am 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Damit gehört bwin zu der Dreiergruppe, deren Erst-Erlaubnis auf den 09.10.2020 datiert – neben Tipico und NEO.bet.
Ein Erlaubnisdatum ist kein Qualitätsurteil. Der 09.10.2020 sagt aber etwas darüber, wie früh ein Anbieter den Weg durch das Verfahren gefunden hat, und bei einem Markt, der einen großen Teil der Anbieter erst Ende 2022 mit Folgeerlaubnissen ausgestattet hat, ist das ein Unterschied im Ablauf, nicht im Produkt.
Ein deutsches Sportwettenangebot unter deutscher Erlaubnis, betrieben von einer maltesischen Gesellschaft mit einem Gziraer Firmensitz: Diese Konstruktion ist in diesem Feld der Regelfall und kein Warnzeichen. Sie erklärt, warum deutsche Anbieter einen Aufsichtsweg haben, der über die GGL läuft und nicht über die Gerichte in Valletta.
Für Cricket gilt, was für die meisten hier gilt: Die Erlaubnis deckt es ab, der Umfang steht im Wettprogramm.
Interwetten: eine der stützenden Erlaubnisse des Feldes
Interwetten steht als Anbieter mit der Interwetten Gaming Limited, Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta, auf der Whitelist: Erlaubnis erstmals 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Das Erst-Datum liegt zwei Wochen hinter dem der frühsten Gruppe und drei Wochen vor der letzten aus dem November 2020.
Der Unterschied zwischen dem 09.10.2020 und dem 02.11.2020 ist der Unterschied zwischen zwei Wochen. Kein Spieler wird eine Wette wegen dieser Spanne anders platzieren – und keiner sollte den Anbieter danach sortieren. Die Whitelist taugt zur Frage, ob ein Anbieter darf, und taugt zur Frage, wie lange er schon darf. Zur Frage, ob er Cricket seriös bepreist, taugt sie nicht.
Was bei Interwetten neben der Erlaubnis auf dem Tisch liegt: eine Marke mit Firmensitz in Sliema, einer Betriebsgesellschaft als Vertragspartnerin und keinerlei Zahl zu einem Cricketprogramm in den Angaben zur Erlaubnis. Wer dort ein Konto führen will, sollte vorher die Umsatzbedingungen und die Mindestquote lesen. Diese beiden Werte entscheiden bei einem Bonus mehr über den Netto-Vorteil als die Höhe des Betrags.
Lizenz: warum die Whitelist die einzige Prüfung ist
Erlaubnis statt Lizenz – und was das mit Cricket zu tun hat
Im deutschen Recht heißt es Erlaubnis, nicht Lizenz: Der Veranstalter von Sportwetten braucht sie vom Land, und die GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Halle (Saale)) ist für das GlüStV 2021 zuständig, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet und führt die Aufsicht. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.
Das Wort „Buchmacher“ gehört übrigens genau genommen nicht hierher: In der Rennwett- und Lotteriegesetzgebung ist der Buchmacher der Pferdewettenbuchmacher, in der Umgangssprache jeder Sportwettenanbieter. Wer in Deutschland auf Cricket spielt, spielt bei einem Veranstalter von Sportwetten.
Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige Prüfung einer Erlaubnis. Die Fassung mit Stand 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten-Erlaubnis, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Jede der aufgeführten Adressen ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an: Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse eines Halters sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln.
Die GGL warnt ausdrücklich vor illegalen Angeboten. Am 17. September 2026 hat sie Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt.
Wer die Whitelist liest, liest sie am besten als Momentaufnahme. Eine Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt, und die Liste führt Erteilungsdaten, keine Enddaten. Ein Anbieter, der gestern auf der Liste stand, kann heute nicht mehr darauf stehen. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, warum die Liste selbst die Quelle ist und nicht ein Artikel, der sie zitiert.
Was während eines laufenden Spiels erlaubt ist
Die Sportwetten-Erlaubnis erlaubt Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts und auf Ereignisse darin, als Einzel- oder Kombiwetten – und nur Wetten, die die GGL zugelassen hat. Live-Wetten sind eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses sind sie nur auf den Endausgang oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt, und zwar in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball geht, nächster Satz im Tennis geht, nächster Punkt im Tennis geht nicht, nächster Korb im Basketball geht nicht.
Für Cricket heißt das: Der Bogen ist eng. Ein Test-Match mit seinen fünf Tagen und seinen Sessions liefert keine zulässigen Live-Anknüpfungspunkte. Zulässig bleiben Live-Wetten auf den Endausgang, und das sind bei einem Fünf-Tage-Spiel zwei Teams über fünf Tage – mehr ist nicht drin. Wer Live-Cricket mit Dutzenden Zwischenständen erwartet, wird das bei einem Whitelist-Anbieter nicht finden.
Verboten sind außerdem Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen – nach der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur –, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt. E-Sport erkennt die GGL nicht als Sport an, und lizenziertes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Wer auf ein Spiel setzt, das erst am frühen Morgen endet, hat sein Geld erst am nächsten Tag. Ein gesetzliches Einsatzlimit pro Wette gibt es im Sportwettenrecht nicht.
Wo das Geld hingeht: Steuer und Auszahlung
Die Sportwettensteuer steht in §§ 16-25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags). Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spieler. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung – bei einem einzelnen Anbieter also nur nach dessen eigenen Bedingungen zu beurteilen.
Für Cricket bedeutet das konkret: Eine erhöhte Auszahlungsschwelle, eine herabgesetzte Quote oder ein niedrigerer Bonuswert können denselben Betrag auf unterschiedlichen Wegen einbringen. Auch unerlaubte Anbieter führen die Steuer ab – gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Auszahlungen laufen über ein Konto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt: Das hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraus. Wer mit einer Bezahlmarke von außerhalb ankommt, merkt das bei der Einzahlung, nicht erst später. Kontoguthaben liegen treuhänderisch auf einem insolvenzgeschützten Konto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Warum die Quote immer noch die wichtigste Zahl bleibt
Die Auszahlung eines Wettscheins basiert allein auf Quote und Einsatz: Der Rückfluss ist der Einsatz mal die Quote. Bei einem Kombischein liefert der Produkt der Einzelquoten den Gesamtwert, und je mehr Auswahlen kombiniert werden, desto geringer der Rückzahlungsanteil über alle Kombinationen hinweg. Das ist keine Meinung, sondern eine Rechenfolge.
Deshalb ist bei einem so dünnen Markt wie Cricket eine Frage praktisch: Wie viele Märkte und Quoten liefert der Anbieter zu dem Spiel, das ich zu sehen bekomme? Ein Anbieter mit drei Märkten und einem Zwei-Weg-Paket liefert weniger Auswahl, als 5 % Marge andeuten mögen: Die Marge – auch das aus dem Rechenbeispiel – trifft jeden Einsatz, egal welcher Anbieter sie berechnet. Der Wettbewerb unter zehn Whitelist-Anbietern für eine Nische wie Cricket-Test-Matches ist überschaubar, und wo der Wettbewerb dünn ist, ist der Anteil der Rückzahlung es häufig auch.
Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in Deutschland
Wo darf ich in Deutschland auf Cricket-Spiele wetten?
Auf Cricket wetten darf nur bei einem Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis; maßgeblich ist der Eintrag in der Whitelist der GGL mit Stand 2. Oktober 2026. Diese Liste ist die einzige Prüfung einer Erlaubnis, und sie umfasst 30 Einträge. Ob ein Anbieter Cricket im Programm führt, ist davon unabhängig und ergibt sich nur aus seinem Wettprogramm.
Worin unterscheiden sich Test, ODI und Twenty20 für Wettscheine?
Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit drei Sessions pro Tag, ein ODI in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses ohnehin auf den Endausgang und wenige Komponenten begrenzt. Das lange Format bindet Geld länger für einen einzigen Ausgang.
Was passiert bei Regen mit meiner Cricket-Wette?
Dann greift die Duckworth-Lewis-Stern-Methode, die das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in unterbrochenen Limited-Overs-Spielen neu berechnet. In 50-Over-Partien muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel als „No Result“ gewertet. Endet es so, wird die Wette in der Regel zurückabgewickelt.
Welche Live-Wetten auf Cricket sind bei deutscher Erlaubnis möglich?
Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf den Endausgang und auf seltene Komponenten wie das nächste Tor oder den nächsten Satz zulässig. Auf Cricket bezogen bleibt bei einem langen Spiel fast nur der Sieger. Zwischenstände, einzelne Over oder Satz-Ergebnisse sind als Live-Markt bei einem Whitelist-Anbieter nicht verfügbar.
Warum ist keine Cricket-Prognose sicher?
Weil ein Ergebnis von Ereignissen abhängt, die vor dem ersten Ball niemand kennt: die Form der Spieler, das Wetter, der Münzwurf, eine einzige herausragende Leistung. Die Quote bildet die Einschätzung des Marktes ab, nicht die Gewissheit über die Auszahlung – und die Duckworth-Lewis-Stern-Regel kann ein Spiel noch nach 50 Overs zurückdrehen. Niemand kann ein Ergebnis vorhersagen.
Wie berechnet sich die Auszahlung, und was macht die Sportwettensteuer von 5,3 %?
Der Rückfluss ist Einsatz mal Quote; bei Kombischeins multiplizieren sich die Einzelquoten. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, und wird vom Veranstalter geschuldet. Ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen.
Sportarten – Sportwetten Bonus
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten Bonus»
