Weltmeisterschaft wetten 2026 — was Quoten, Boni und Limits den Spieler kosten

Updated Oktober 2026
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Datenstand: 30. Oktober 2026; Erlaubnisangaben abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Ein riesiges Stadion in der Abenddämmerung aus der Vogelperspektive gesehen, die Lichter an den Rängen sind eingeschaltet.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wurde vom 11. Juni 2026 bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA mit 48 Nationen und 104 Spielen ausgetragen.

Vom 11. Juni 2026 bis zum 19. Juli 2026 wurde die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen – 48 Nationen, 104 Spiele, eröffnet im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers stand ein Sechzehntelfinale im Programm. Wer heute nach einem Wettangebot „zur WM“ sucht, sucht also nach einem abgerechneten Ereignis, und das ist für die erste Einschätzung dieses Themas die wichtigste Information überhaupt.

Die Gruppenphase bestand aus zwölf Vierergruppen, danach folgte die K.-o.-Phase mit einem zusätzlichen Sechzehntelfinale. Am 18. Juli 2026 endete das Spiel um Platz 3 in Miami Gardens mit 4:6 für England gegen Frankreich – das torreichste Spiel, das dieses Format bislang hervorgebracht hat. Spanien gewann sein Halbfinale 2:0 gegen Frankreich, Argentinien setzte sich 2:1 gegen England durch. Im Finale am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford besiegte Spanien Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung und holte seinen zweiten WM-Titel. Torschützenkönig wurde Kylian Mbappé mit 10 Toren.

Was heißt das für einen Wettschein? Sämtliche Märkte zur WM 2026 sind abgerechnet. Auszahlungen erfolgen nach dem offiziellen Ende des Ereignisses und nicht beim Abpfiff einer einzelnen Partie. Bei einem Turnier, dessen letztes Spiel am 19. Juli 2026 beendet wurde, ist diese Frist lange verstrichen. Wer trotzdem eine offene WM-Wette in seinem Konto findet, ist entweder auf ein storniertes oder auf ein nie abgerechnetes Ereignis gestoßen – ein Grund, den Kundendienst zu fragen, und kein Grund, auf eine Quote zu starren, die sich nie mehr bewegt.

Die Suche nach „WM wetten“ ohne Jahreszahl führt heute in die Irre. Die nächste Ausgabe 2030 richten Spanien, Portugal und Marokko, 2034 folgt Saudi-Arabien. Die FIFA vergibt das Turnier im Vier-Jahres-Rhythmus. Dass ausgerechnet ein abgeschlossenes Turnier im Mittelpunkt steht, hat allerdings einen praktischen Vorteil: Zum ersten Mal lässt sich die Rechnung zwischen Marketing und Ergebnis ohne Restunsicherheit aufmachen. Genau das tut dieser Text.

Brasilien ist mit fünf Titeln Rekordsieger bei Fußball-Weltmeisterschaften, Deutschland gewann vier Titel – 1954, 1974, 1990 und 2014. Die erste Weltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt. Diese Zahlen erklären, warum deutsche Anbieter vor jedem Turnier dieselben drei, vier Nationen an die Spitze der Weltmeister-Quoten setzen. Sie erklären auch, warum die Quote auf den haushohen Favoriten so gut wie nie steigt: Auf ihn setzt die halbe Kundschaft.

Rückblick als Werkzeug: was Katar 2022 über Turniermärkte verrät

Die WM 2022 fand vom 20. November bis zum 18. Dezember 2022 in Katar statt, mit 32 Mannschaften. Argentinien gewann das Finale im Lusail Iconic Stadium gegen Frankreich im Elfmeterschießen und holte seinen dritten Titel. Torschützenkönig war ebenfalls Kylian Mbappé, damals mit 8 Toren. Insgesamt kamen 3.404.252 Zuschauer zu den Spielen.

Ein Fußball liegt auf Rasen neben einer Eckfahne ohne Aufdruck auf einem leeren Platz im Morgenlicht.
Brasilien ist mit fünf Titeln Rekordsieger bei Fußball-Weltmeisterschaften, Deutschland gewann vier Titel (1954, 1974, 1990, 2014).

Zwei Turniere, zwei Mal derselbe Name an der Spitze der Torschützenwertung. Wer für 2030 auf einen anderen Spieler setzt, sollte wissen, wie teuer dieser Markt ist. Der Torschützenkönig ist ein Markt mit einer großen Zahl denkbarer Ausgänge, und je mehr Ausgänge eine Quote abdecken muss, desto größer der Anteil, den der Buchmacher einbehält. Die 32 Mannschaften von 2022 sind 2026 zu 48 geworden – und jede Nation bringt mindestens einen Angreifer mit, auf den sich eine Quote rechnen lässt.

Spielschutz zuerst: warum ein WM-Sommer mehr Wettanlässe produziert, als ein Monatslimit erlaubt

Ein Turnier mit 104 Spielen in 39 Tagen ist das dichteste Wettprogramm, das der Fußball hergibt. An einem Gruppenspieltag stehen vier oder fünf Partien nahezu parallel, dazu Live-Märkte während jeder einzelnen. Die Zahl der Wettanlässe steigt schneller als die Zahl der Tage, und die Einzahlungen folgen dem Anlass, nicht dem Kontostand. Wer diesen Satz einmal verstanden hat, versteht auch, warum die Schutzregeln in diesem Markt nicht als Misstrauen gegenüber dem Spieler gedacht sind, sondern als Rechengrenze.

Die deutsche Erlaubnis zieht eine Grenze, die nicht der Anbieter setzt. Ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg gilt standardmäßig. Durchgesetzt wird es über die LUGAS-Limitdatei: Das Limit ist ein Gesamttopf über alle Konten, die ein Spieler unterhält. Wer bei drei Whitelist-Anbietern je 700 € einzahlt, hat sein Monatslimit nicht dreimal, sondern einmal überschritten – ein Detail, das viele erst merken, wenn die vierte Einzahlung abgelehnt wird.

Ein höheres Limit gibt es nur, wenn der Anbieter es überhaupt anbieten darf und der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit belastbar belegt. Eine Selbstauskunft genügt nicht. Je nach Einzelfall sind bis zu 10.000 € möglich, in einem schmalen Fenster von 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % der aktiven Spieler. Das ist kein Werkzeug für den normalen Haushalt, sondern eine Ausnahme für ein Konto mit Nachweisen.

Zwei Fristen gehören zur Limitverwaltung, und beide laufen in unterschiedliche Richtungen. Eine Absenkung greift sofort. Eine Anhebung erst nach 7 Tagen. Wer in der Nacht vor einem Halbfinale kurzfristig mehr Bewegungsfreiheit braucht, hat sie also nicht.

Wer sein Limit ausgeschöpft hat und trotzdem weiterspielen will, hat drei weitere Wege, die alle über die Aufsicht verbunden sind. Wer sich eine Pause setzt und dabei einen Zeitraum nennt, bleibt mindestens 3 Monate gesperrt; ohne genannten Zeitraum mindestens 1 Jahr. Die Panik-Schaltfläche blockiert sofort für 24 Stunden, ohne Vorwarnung und ohne Rückfrage. Und OASIS, das bundesweite Spielersperrsystem, wird bei der Registrierung und bei jeder Anmeldung abgefragt. Der Weg zurück ins Konto führt nicht daran vorbei.

Eine zweite Grenze setzt die Anmeldung selbst. Teilnehmen darf man ab 18 Jahren, ein Konto pro Anbieter, vollständig verifiziert. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter Einsätze höchstens 72 Stunden zulassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer sich in der Gruppenphase neu registriert, spielt den ersten Spieltag mit Sicherheit unterhalb des Monatslimits – und kann vor der Verifizierung nichts auszahlen lassen. Das parallele Spiel über mehrere Konten ist untersagt und wird über die Aktivitätsdatei überwacht.

Hilfsangebote stehen bereit, und sie sind keine Formalie. Die Aufsicht hat zuletzt die Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt und dabei einen Anbieter ausdrücklich benannt. Wer nach dem dritten Livetor eines Abends nach einem Ausweg sucht, findet ihn in einer Beratung schneller als in der vierten Einzahlung desselben Abends. Das Werkzeug heißt gesetzliches Limit, nicht gutes Zureden.

Die Kostenperspektive, die diesen Abschnitt zusammenhält: Jede dieser Regeln kostet Bewegungsfreiheit. 1.000 € im Monat, 7 Tage Wartezeit bei der Anhebung, 3 bis 12 Monate bei einer Selbstsperre. Wer das vorher weiß, plant anders, als wer es erst im August 2026 erfährt.

Krypto und Anonymität: was ein WM-Angebot ohne deutsche Erlaubnis den Spieler kostet

Es klingt verlockend. Mit Bitcoin oder USDT auf die WM wetten, ohne Verifizierung, ohne Ausweis, ohne das Wort Einzahlungslimit. Solche Angebote existieren, und sie stammen ausnahmslos von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Sie sind der Grund, warum Krypto beim WM-Wetten überhaupt in den Suchvorschlägen auftaucht.

Die Zahlungsregel ist der eigentliche Mechanismus. Erlaubte Anbieter dürfen Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen des Spielers annehmen, bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Dieser Satz hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenbetrieb heraus – nicht Argwohn, sondern eine Anforderung an die Zahlungsquelle.

Wer auf eine Krypto-Plattform ausweicht, wählt damit nicht die bequemere Variante, sondern ein Angebot ohne Anschluss an OASIS und ohne Anbindung an die Limitdatei. Keine deutschen Sperrzeiten werden geprüft, keine deutschen Rechtsmittel stehen zur Verfügung. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Aufsicht kann solche Angebote mit Sperrverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzblockaden aus dem Weg räumen und tut das auch.

Dasselbe gilt für die Steuer, nur andersherum gedacht. Die Sportwettensteuer trifft den Veranstalter, nicht den Spieler, und sie gilt auch für unerlaubte Anbieter. Eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis. Wer aus der Steuerabführung eines Auslandsanbieters auf seine Zulässigkeit schließt, schließt falsch.

Anonymität als Versprechen hat einen Preis, der nicht auf dem Wettschein steht. Auf einer Plattform ohne Erlaubnis gibt es keine Treuhandlösung für Spielerguthaben, keine Frist von fünf Werktagen bei Kontoschließung und keinen Ansprechpartner, dessen Aufsicht in Halle sitzt. Kurz gesagt: Der Spieler tauscht Kontrolle gegen Bequemlichkeit, und die Kontrolle ist das, was er im Streitfall braucht.

Bonus und Gratiswette: was ein WM-Bonus wirklich nimmt

Im WM-Sommer überschlägt sich die Werbung mit Willkommensboni, Gratiswetten und Angeboten, die „risikofrei“ heißen, aber keines sind. Nicht jede Werbeaussage überträgt sich in einen Betrag, der beim Spieler ankommt. Zwei Bedingungen entscheiden darüber, was ein Bonus tatsächlich wert ist: die Umsatzvorgabe und die Mindestquote.

Umsatz bedeutet, wie oft ein Betrag umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Eine Gratiswette ist strenger geregelt: Ihr Einsatz wird bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt. Gewonnen wird also die Spanne, nicht der Betrag, der auf dem Schein stand. Das ist der wichtigste Satz im ganzen Bonusgeschäft, und er wird in der Werbung am gründlichsten unterschlagen.

Rechnen wir es an einer Gratiswette über 10 € auf Quote 2,10 durch. Der Einsatz von 10 € wird bei einem Gewinn nicht erstattet; der Restwert vor Abzug des Marktanteils beträgt 10 × (2,10 − 1) ÷ 2,10, also rund 5,24 €. Multipliziert mit der Auszahlungsquote des Marktes – im Beispiel unten sind das 92,1 % – bleiben ungefähr 4,82 €. Anders ausgedrückt: Von jedem beworbenen Euro bleiben dem Spieler im Erwartungswert knapp 48 Cent. Der Rest ist Bedingung.

Die Mindestquote kommt hinzu. Sie legt fest, ab welcher Quote ein Einsatz überhaupt für den Umsatz zählt. Wer sein Umsatzziel mit sicheren Favoriten bei 1,20 streckt, findet am Ende, dass keiner dieser Einsätze gezählt hat. Die Bedingung bleibt unsichtbar bis zu dem Moment, in dem sie den ganzen Umsatzplan umwirft.

Ein Bonus ist deshalb kein Rabatt auf das Spiel, sondern ein Mengenvertrag. Das Glücksspielrecht setzt keinen Deckel auf Bonusbeträge, Umsatzfaktoren oder Mindestquoten; jede Bedingung kommt aus den Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer sie nicht liest, unterschreibt einen Vertrag, den er nie gesehen hat, und bemerkt es bei der ersten Auszahlung.

Welche Bedingungen vor der Annahme zu prüfen sind

Ein Turnierbonus verlangt typischerweise einen Umsatz in mehrfacher Höhe des Bonus, kombiniert mit einer Mindestquote, die reale Tipps gerade noch erfüllt, und einem festen Zeitfenster nach der Gutschrift. Beispiel: 100 € Bonus bei einem Umsatzfaktor von 30 ergeben 3.000 € Einsätze, was bei 10 € pro Wette 300 Wetten bedeutet – und nur Wetten ab der Mindestquote zählen dabei mit.

Diese 3.000 € sind der eigentliche Preis. Bei einem Markt mit 5 % Marge entspricht der Umsatz einem durchschnittlichen Verlust von 150 € aus den Einsätzen. Bei einem Markt mit 7,9 % Marge – wie im Beispiel „Auszahlungsquote am Beispiel einer WM-Partie“ – steigt dieser Erwartungswert auf rund 237 €. Beide Zahlen sind Schätzungen über viele Wetten unter der Annahme, dass nur der Bonusbetrag umgesetzt wird; keine davon sagt einem einzelnen Spieler einen Verlust voraus. Sie sagen nur, was das Freispielen im Mittel kostet.

Wer den Bonus annimmt, muss deshalb zuerst zwei Dinge in den Bedingungen suchen: den Umsatzfaktor mitsamt der Bezugsgröße – nur der Bonus oder Bonus plus Einzahlung – und die Mindestquote. Erst danach lohnt der Blick auf die Höhe des Bonus. Eine große Zahl mit einer unerreichbaren Quote ist weniger wert als eine kleine mit einer realistischen.

Favoriten, Form und was ein Tipp wert ist

Die Quoten für ein Turnier entstehen nicht im Juli. Sie wachsen Monate vorher aus Form, Kaderqualität, Qualifikationsergebnissen und Turnierhistorie. Was daraus folgt, ist keine Prognose, sondern eine Einordnung: Die Weltmeister-Quoten spiegeln die Wahrscheinlichkeiten, die der Markt diesen Nationen zubilligt – abzüglich der Marge, versteht sich.

Zwei Dinge lassen sich daraus trotzdem lesen. Erstens sagt eine Favoritenquote mehr über den Buchmacher als über den Fußball. Eine Quote von 1,50 auf einen Titelanwärter entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 67 % – und diese Zahl ist nicht die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses, sondern die Wahrscheinlichkeit samt Marge. Zweitens sagt ein starkes Ergebnis in einem Vorbereitungsspiel wenig darüber, wie eine Mannschaft 104 Spiele und acht K.-o.-Partien übersteht. Rotation, Verletzungen und ein Sechzehntelfinale, das es vor 2026 nie gab, belasten jeden Kader anders. Der Weltmeister 2026 kam aus der Gruppe der Nationen mit der breitesten Bank – eine Eigenschaft, die in keiner Quote vom Auftakt steht.

Strategie heißt hier nicht, ein Ergebnis vorherzusagen. Ein Tipp bleibt ungewiss, und ein Turnier entscheidet sich erst in der K.-o.-Phase. Ein noch so gut begründeter Favoritentipp hat nur dann Wert, wenn die Quote über dem tatsächlichen Risiko liegt, und bei großen Turnieren ist das selten der Fall: Der größte Teil des Publikums spielt den Favoriten, und diese Nachfrage drückt die Quote genau dorthin, wo sie sich für den Buchmacher am besten rechnet.

Der ehrliche Umgang mit Tipps ist der, der die Marge mitdenkt. Wer eine Kombiwette aus zwei Favoriten baut, multipliziert die Quoten und damit auch die einbehaltenen Anteile. Aus zwei Märkten mit je 5 % Marge wird so kein günstigerer Schein, sondern ein teurerer. Wetten ist kein Einkommensweg, und ein Turnier ist Gelegenheit zum Mitfiebern, nicht zur Einkommensplanung.

Märkte und Quoten: wie der Buchmacher kalkuliert

Die wichtigste Eigenschaft jeder Quote ist, dass in ihr eine Marge steckt. Ein Markt mit drei Ausgängen wird so bepreist, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 % liegt. Diesen Überschuss nennt man Marge. Der Markt zahlt also nicht alle Einsätze zurück, die auf ihn gesetzt werden. Die Auszahlungsquote ist der Anteil, der über die Zeit an die Gewinner zurückfließt; die Marge ist ihre Ergänzung auf 100 %.

Märkte rund um eine Weltmeisterschaft reichen vom Weltmeister über den Gruppensieger und den Spielausgang bis zum Torschützenkönig. Diese Bandbreite ist kein Geschenk an den Spieler. Je spezieller der Markt, desto weniger Einsätze erreichen eine Tiefe, die den Buchmacher zu scharfen Quoten zwingt. Der Weltmeistermarkt ist tief, der Torschützenkönig ist es nicht, und die Auszahlungsquote unterscheidet sich entsprechend.

Auszahlungsquote am Beispiel einer WM-Partie

Rechnen wir die Marge an einem Dreiwegemarkt nach, damit sie nicht abstrakt bleibt. Eine WM-Partie ist beispielhaft so gelistet: 2,10 für den Sieg der einen Seite, 3,40 für ein Unentschieden, 3,60 für den Sieg der anderen Seite. Die Kehrwerte summieren sich zu 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 = 1,0481, die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95,4 %. Der Buchmacher behält also etwa 4,6 % jeder auf diesen Markt gesetzten Einheit. Das ist ein guter Wert für einen großen Endrundenmarkt; Nischenmärkte und weniger liquide Partien liegen deutlich schlechter, oft im Bereich von 10 % und darüber. Die Zahl ist beispielhaft gerechnet und keine zitierte Quote eines Anbieters.

Was heißt das konkret? Bei einem Einsatz von 10 € auf Quote 3,40 beträgt die Auszahlung im Gewinnfall 34 € (10 × 3,40), der Nettogewinn also 24 €. Nicht jede einzelne Wette verliert – bei rund 4,6 % Marge nimmt der Buchmacher einen kleinen Teil aller Einsätze dieses Marktes, unabhängig davon, wie oft der einzelne Spieler gewinnt.

Auf lange Sicht sind es genau diese 4,6 %, die darüber entscheiden, ob ein Markt spielbar ist. Zum Vergleich: Ein Markt mit 10 % Marge kostet den Spieler mehr als das Doppelte dessen, was er im Beispiel oben zahlt – nicht pro Wette, sondern in der Abrechnung über viele Wetten. Wer die Auszahlungsquote zweier Anbieter auf dieselbe Partie vergleicht, vergleicht also nichts weiter als die Höhe dieser unsichtbaren Rechnung.

Ein Wort zur Quellenseite: Diese 4,6 % gelten nur für die hier angenommene Kombination aus drei Quoten. Die Marge eines anderen Marktes, einer anderen Sportart oder eines anderen Anbieters ist ein anderer Wert. Die Sportwettensteuer kommt bei der Berechnung hinzu: 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage, die aus dem Einsatz nach Abzug der Steuer selbst besteht, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Diese Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spieler – und ob und wie er sie in die Quote einpreist, entscheidet er selbst.

Sportarten und Turniere: der Rahmen, in dem die Märkte stehen

Ein Wettprogramm besteht nicht nur aus Fußball. Zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Das heißt nicht, dass jeder Anbieter alle Turniere abdeckt, aber es heißt, dass ein Vergleich sich nicht auf das eine Sportfach beschränken sollte.

Der Darts-Kalender ist dafür das beste Beispiel. Ein Darts-Turnier kürt seinen Sieger binnen einer Woche, die einzelnen Spiele dauern so lange wie eine Halbzeit im Fußball, und die Termine stehen Monate vorher fest. Wer sein Wettverhalten planen möchte, findet dort eine Regelmäßigkeit, die eine Weltmeisterschaft mit 104 Partien in 39 Tagen nie hat. Eine WM streut ihre Anlässe; ein Darts-Turnier ballt sie an fünf Abenden.

Die Turnierstruktur ist der zweite Faktor. Ab 2026 treten 48 Teams an und spielen bis ins Sechzehntelfinale. Für den Markt bedeutet das mehr Spiele in weniger Tagen, mehr Live-Märkte in mehr Minuten und eine K.-o.-Runde, in der ein einziges Tor über die Verlängerung entscheidet. Wer das Format kennt, weiß, wann ein Wettschein noch etwas wert sein kann und wann das Spiel längst entschieden ist.

Und dann ist da die Frage, was überhaupt gespielt werden darf. Zulässig sind feste Quotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Geschehnisse darin, als Einzel- oder Kombiwetten – und nur die Wettarten, die die Aufsicht in ihren Sportwettprogrammen freigegeben hat. Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Bestrafung. E-Sport ist nach Auffassung der Aufsicht kein Sport, ein lizenziertes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.

Der Vergleich: zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis

Wo eine Wette platziert werden darf, entscheidet nicht die Quote, sondern der Eintrag in der Liste. Die Aufsicht führt eine Whitelist, und nur Anbieter, die dort mit einer Sportwetterlaubnis stehen, dürfen Sportwetten auf Turniere wie die WM anbieten. In der Fassung vom 2. Oktober 2026 enthielt die Liste 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sporterlaubnis, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten. Jede dort geführte Domain ist eine .de-Adresse – eine .de-Adresse allein beweist allerdings nichts.

Die zehn Anbieter in dieser Übersicht tragen alle eine deutsche Sportwetterlaubnis. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge und keine Empfehlung; sie ist der Ausgangspunkt für die Frage, wo eine Wette überhaupt platziert werden kann.

Einordnung nach Erlaubnisinhaber und Erlaubnisdatum

Anbieter Erlaubnisinhaber laut Whitelist Sportwetterlaubnis seit
Sportwetten.de NetX Betting Limited 19.11.2020
Tipico Tipico Co. Limited 09.10.2020
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
Bet3000 I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Betway Betway Limited 09.03.2021
Tiptorro Torro Tec Limited 30.06.2021
Betano Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
bet365 Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020

Zwei Dinge lassen sich daran ablesen. Erstens zeigt die dritte Spalte das Erstdatum der Erlaubnis für die jeweilige Domain. Die Whitelist verzeichnet nur Ausgabedaten und kein Ablaufdatum. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre; wer wissen will, ob eine Erlaubnis noch besteht, prüft den Eintrag auf der Whitelist und nicht seinen Kalender. Zweitens: Nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain darf Sportwetten annehmen. Eine Automaten-, Poker- oder Casinoerlaubnis desselben Inhabers ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und sagt über das Sportwettenangebot nichts aus.

Das Bet3000-Datum ist dafür ein gutes Beispiel, weil es erst im April 2026 verzeichnet wurde. Eine Erlaubnis wird nicht zum Turnierbeginn neu erteilt; sie gilt, wenn sie gilt. Wer im Juni 2026 einen Wettschein ausgestellt bekam, konnte das nur bei einem Anbieter tun, dessen Domain zu diesem Zeitpunkt eingetragen war.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Sportwetten.de: die reine Sportwettenmarke

Sportwetten.de wird auf der Whitelist unter der NetX Betting Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 19. November 2020 und einer Folgeerlaubnis am 16.12.2022. Der Name der Plattform verrät, wo der Schwerpunkt liegt: kein Casino, kein Virtuelles, sondern ein Sportwettenangebot, das den Nutzer schnell ins Wettscheinformular bringt.

Der Anbieter steht damit früh im Feld. Das Erstdatum 19.11.2020 liegt wenige Wochen nach der ersten Vergaberunde, und wer so früh dabei war, hat sein Angebot in der Zeit aufgebaut, in der die Regeln selbst noch auf ein Marktmodell warteten. Das schlägt sich heute in einer aufgeräumten Struktur nieder: eine Wette auswählen, Einsatz eintragen, Schein abgeben. Was darüber hinausgeht – Live-Streaming, ein Wettkonfigurator, eine Reihe von Zusatzmärkten –, gehört nicht zum Kern des Auftritts.

Ob die Quoten an der Spitze des Marktes liegen, entscheidet die Auszahlungsquote der konkreten Partie, nicht die Werbung. Wer einen Anbieter sucht, bei dem die Wettabgabe selbst der Mittelpunkt ist und nicht das Drumherum, findet hier einen der klarsten Aufbauten im Vergleich. Wer Streaming und jede erdenkliche Sonderwette erwartet, wird an dieser Stelle nicht fündig.

Tipico: Cashout und Livewetten aus der App

Tipico wird unter der Tipico Co. Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis am 9.12.2022. Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; in der Entwicklerbeschreibung werden „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels genannt.

„Tipico Cashout“ ist eine Marke für eine Funktion, die nichts weiter als den vorzeitigen Verkauf eines Wettscheins bedeutet. Im deutschen Glücksspielrecht gibt es dazu keine gesetzliche Regel und keine Vorgabe der Aufsicht; der Preis eines Cashouts ist ein reiner Gegenparteipreis und wird im Moment der Abfrage gestellt. Wer das Angebot nutzt, handelt also nicht nach einer Regel, sondern mit dem Buchmacher.

Das ist der Punkt, an dem Live-Wetten teuer werden. Eine Partie bleibt keine 90 Minuten lang flüssig, und ein Tor in der Verlängerung verändert die Quote in Sekunden. Wer während des Spiels mit Cashout arbeitet, erlebt die Marge nicht als Prozentwert, sondern als Kursverlust – der Unterschied zwischen der Anzeige und dem, was der Buchmacher zu zahlen bereit ist, wächst genau in den Momenten, in denen der Spieler glaubt, es eile.

Das Erstdatum 9. Oktober 2020 platziert Tipico ebenfalls in die frühe Gruppe, und die App-Beschreibung nennt Live-Wetten während des laufenden Spiels als Bestandteil des Produkts. Für einen Spieler, der die Partie parallel auf einem zweiten Bildschirm verfolgt, ist das ein funktionierender Aufbau. Der Teil, der in keiner Bewerbung steht: Ein Cashout existiert nur, solange die Maschine den Gegenwert tragen möchte.

ODDSET: der Anbieter mit dem Papierwettschein

ODDSET wird unter der ODDSET Sportwetten GmbH geführt. Nach dem Bescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt vom 15.12.2022 ist das Angebot für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erlaubt; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder am Hansering 15 in 06108 Halle (Saale).

Damit ist die Konstruktion eine andere als bei jedem Privatanbieter. Der Vertrieb hat zwei Kanäle: das Internetkonto und die Annahmestelle. Für einen Teil der Kundschaft ist genau das der Vorteil. Wer sich mit einem Onlinekonto nicht anfreunden will, kann einen Wettschein auf Papier abgeben und muss sich mit keiner App beschäftigen.

Der Preis dieser Bequemlichkeit liegt in der Auswahl. Ein stationärer Vertrieb erklärt, warum die konservative Wette – der Spielausgang, die Einzelwette – im Vordergrund steht und warum die Zahl der Live-Zusatzmärkte nicht die eines reinen Digitalanbieters erreichen muss. Ob die Quoten mit den großen Quoten-Feeds mithalten, ist eine Frage des konkreten Marktes. Als eine der wenigen Plattformen im Vergleich, die einen Wettschein noch auf Papier kennt, besetzt ODDSET eine Lücke, die kein App-Anbieter füllt.

Bet3000: der jüngste Eintrag im Feld

Bet3000 wird auf der Whitelist unter der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, geführt; die Erlaubnis für Bet3000 ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Damit hat der Anbieter den jüngsten Eintrag unter den zehn.

Ein Erlaubnisdatum im April 2026 sagt nichts über die Qualität des Angebots, aber es sagt etwas über die Reifegrade im Feld. Wer 2026 erst zugelassen wurde, hat sein Produkt in einem Markt gebaut, in dem die Regeln längst stehen: vollständige Verifizierung, 1.000 € Monatslimit, eigene Zahlungskonten. Der Anbieter musste nichts nachrüsten, sondern konnte von Anfang an darauf aufbauen.

Für einen Spieler ist der jüngste Eintrag vor allem ein Hinweis auf die Prüfpflicht. Ältere Anbieter haben mehr Zeit gehabt, ihre Prozesse umzustellen; ein Neuzugang hat weniger Vergangenheit, aber auch weniger Altlasten. Wer vor der Anmeldung den Eintrag mit Datum prüft, prüft genau das, was die Whitelist hergibt – und nicht mehr.

Betway: der Konfigurator für Kombischeine

Betway wird unter der Betway Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 9. März 2021 und einer Folgeerlaubnis am 23.12.2022. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, bei dem der Konfigurator+ Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.

Der Konfigurator+ ist die interessante Funktion, weil sie den Kombischein in derselben Anwendung weiterführt, in der er begonnen hat. Zwei Auswahlen aus zwei Partien werden zu einer Quote zusammengerechnet – und dabei multipliziert sich nicht nur der mögliche Gewinn, sondern auch der einbehaltene Anteil. Wer mit Konfiguratoren arbeitet, sollte diesen Satz im Kopf behalten: Aus zwei Märkten mit jeweils eigener Marge wird kein besserer Schein.

Der Teilverkauf einer Wette über den Cashout ist die zweite Funktion, die den Verlauf eines Wettscheins verändert. Beide gehören in dieselbe Kategorie: Sie geben Kontrolle, sie geben keinen Vorteil. Ob die Quoten der Einzelmärkte darüber hinaus mithalten, entscheidet über den Wert des Ganzen.

Tiptorro: die App als Kern des Angebots

Tiptorro wird unter der Torro Tec Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis am 27.12.2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited aus Malta angeboten; der Entwickler beschreibt sich dort als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und verweist damit auf die Whitelist.

Ein Anbieter, dessen Produkt in der App aufgeht, ist für denjenigen gebaut, der ohnehin auf dem Telefon wettet und vom Desktop keinen Gebrauch macht. Die Kehrseite ist dieselbe wie bei jeder App-Fokussierung: Die Bedienung entscheidet über das Erlebnis, und die Quote entscheidet über das Ergebnis.

Das Erlaubnisdatum vom 30. Juni 2021 liegt mitten in der ersten großen Vergaberunde, und die Folgeerlaubnis von Ende 2022 fällt in das Fenster, in dem fast das ganze Feld seine Erlaubnisse bestätigen ließ. Besonderheiten im Wettprogramm sind von außen nicht sichtbar; wer Tiptorro in Betracht zieht, prüft die Quoten der konkreten Partie und die Bedingungen des eigenen Bonus, nicht die Entwicklerbeschreibung.

Betano: Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming

Betano wird auf der Whitelist unter der Betkick Sportsbetting Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 19. Februar 2021 und einer Folgeerlaubnis am 16.12.2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder – mehrere Märkte eines Spiels kombinieren –, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.

Das ist die breiteste Sport- und Wettbewerbsabdeckung unter den hier beschriebenen App-Angeboten. Ein Live-Streaming bis hin zu NBA und NFL bedeutet für einen Spieler, dass er das Ereignis, auf das er setzt, nicht bei einem Dritten suchen muss. Das ist Bequemlichkeit, und Bequemlichkeit hat in diesem Markt traditionell einen Preis.

Der Bet Builder ist die Funktion, bei der dieser Preis am deutlichsten wird. Mehrere Märkte desselben Spiels zu einem Schein zu bündeln multipliziert die Quoten und damit den einbehaltenen Anteil. Ein Bet Builder ist deshalb kein Werkzeug zur Steigerung des Erwartungswerts, sondern eines zur Steigerung der Spannung bei gleichzeitiger Verschlechterung der Rechnung.

LeoVegas: Casino und Sportwetten sind zwei Erlaubnisse

LeoVegas wird auf der Whitelist unter der LVSports Limited geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Diese beiden Daten sind sauber zu trennen.

Wer über die Casino-Plattform zu LeoVegas gekommen ist, hat es dort mit einer anderen Erlaubnis und einem anderen Regelwerk zu tun. Für das Sportwettenangebot gilt die Sporterlaubnis vom 21.10.2024, und das ist im Vergleich der jüngste Sportwetteneintrag neben Bet3000. Ein Anbieter, der sein Sportwettenangebot erst spät aufgebaut hat, steht in einer anderen Ausgangslage als einer mit einer Erlaubnis aus dem Jahr 2020.

Für einen Spieler, der beide Produkte nutzt, ist die wichtigste Konsequenz die, dass eine Casino-Regel keine Sportwettenregel ist. Von einem Automatenlimit oder einer Casinoregel lässt sich nicht auf das Sportwettenangebot schließen – die Whitelist führt beide Bereiche getrennt, und beide haben ihre eigenen Bedingungen.

bet365: der frühe Platz im Feld

bet365 wird auf der Whitelist unter der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, geführt; das Erstdatum der Erlaubnis ist der 9. Oktober 2020, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 27.12.2022.

Das Erstdatum platziert bet365 in die erste Gruppe der 2020 zugelassenen Anbieter, gemeinsam mit Tipico und Sportingbet. Wer so früh im Markt steht, hat die Umstellung auf das lizenzierte Modell von Beginn an mitgemacht: eigene Zahlungskonten, Verifizierung, Limitdatei. Diese Entwicklung ist bei einem Anbieter mit langer Marktpräsenz in den Abläufen sichtbar.

Von außen ist über das konkrete Wettprogramm hier nichts zu sagen, was über die Whitelist hinausgeht. Wer bet365 prüft, prüft die Quoten der konkreten Partie und die Bedingungen des konkreten Bonus und nicht das Erlaubnisdatum von 2020. Das Datum beantwortet eine andere Frage: seit wann der Anbieter überhaupt in Deutschland tätig sein darf.

Sportingbet: breite Sportartenliste, zwei Konfiguratoren

Sportingbet wird unter der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis am 21.12.2022. Sportingbet bietet im Wettangebot einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten an; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.

Der Konfigurator+ und der Konfigurator bei Betway sind dem Namen nach ähnlich und dem Zweck nach dasselbe: Auswahlen aus mehreren Partien werden zu einer Quote verbunden. Zwei Anbieter mit derselben Funktion und derselben Mechanik sind für den Vergleich weniger interessant als die Frage, auf welchem Markt die Funktion angewandt wird – und auf welchem nicht.

Die Sportartenliste ist die zweite Angabe, die hier zählt. Darts und Snooker sind Sportarten, in denen das Wettangebot stark von der Tiefe des Buchmachers abhängt; ein Anbieter, der beides führt, deckt den Kalender auch außerhalb des Fußballs ab. Ob sich das in spielbaren Quoten niederschlägt, zeigt erst der Vergleich der konkreten Märkte.

Rechtslage: welche Regeln die Wahl des Anbieters bestimmen

Die Rechtslage ist die Grundlage jeder Zeile darüber, und sie ist im Kern einfach. Nur ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis darf Sportwetten anbieten; geregelt ist das im Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet, sie überwacht den Markt und sie verhängt Bußgelder. Die Steuer ist Sache der Finanzverwaltung und nicht der Aufsicht. Der einzige Test auf eine Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV.

Ein Smartphone liegt mit dunklem Display neben einem leeren Papier-Wettschein und einem Stift auf einem Holztisch.
Im WM-Finale 2026 am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey) besiegte Spanien Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung und gewann seinen zweiten WM-Titel.

Was gewettet werden darf, regelt der Vertrag und nicht die Vorliebe des Spielers. Erlaubt sind feste Quotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse darin, als Einzel- oder Kombiwette. Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt – und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Beim Fußball ist das nächste Tor zulässig, beim Tennis der nächste Satz, nicht aber der nächste Punkt, und beim Basketball nicht der nächste Korb. Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind; nach der Praxis der Aufsicht zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Ebenfalls ausgeschlossen sind manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Bestrafung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind unzulässig.

Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Die Aufsicht kann Angebote untersagen, Zahlungen blockieren und Netzwerke sperren. Das Veranstalten ohne Erlaubnis ist strafbar, ebenso die Werbung dafür, und die Teilnahme ist es ebenfalls – zu Ermittlungen gegen einzelne Spieler ist dabei nichts bekannt, was weder ein Freibrief noch ein Grund ist, das Thema aufzubauschen. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung zu verpflichten – außer, die Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Rückzahlungsanspruch für einen einzelnen Spieler folgt daraus nicht, und niemandem ist eine Erstattung versprochen.

Die Steuer ist der zweite Kostentreiber auf der Seite des Anbieters. Die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die aus dem gezahlten Einsatz nach Abzug der Steuer selbst besteht; das entspricht rund 5,03 % des Betrags, den der Spieler tatsächlich einzahlt. Geschuldet wird die Steuer vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spieler. Ob und wie er sie an die Kundschaft weitergibt, ist seine Entscheidung – und diese Entscheidung steckt in der Quote.

Bei Zahlungen gilt derselbe Grundsatz wie oben: Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut, keine anonymen Zahlungsmittel. Die Gelder der Spieler liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Gewinne werden ausschließlich nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.

Was die Werbung angeht, gilt eine Trennung, die oft falsch wiedergegeben wird. Das Verbot von Werbung zwischen 6 und 21 Uhr betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht den Sportwettenbereich. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären und keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Werben darf überhaupt nur, wer eine Erlaubnis besitzt.

Das Glücksspielrecht kennt keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus der Höhe nach festlegt oder begrenzt. Beträge, Umsatzfaktoren und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Die Wahl des Anbieters ist damit keine Geschmacksfrage, sondern eine Wahl zwischen zwei Paketen. Auf der einen Seite steht ein Angebot ohne deutsche Erlaubnis: keine Anbindung an OASIS und LUGAS, keine deutschen Rechtsmittel, keine Sperrzeiten, möglicherweise höhere Limits. Auf der anderen Seite steht der Whitelist-Anbieter: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür ein Standardlimit von 1.000 € im Monat, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlung vom eigenen Konto. Beide Pakete haben einen Preis, und keines davon ist kostenlos.

Häufige Fragen zum Wetten auf die Weltmeisterschaft

Wie wettet man aus Deutschland auf die Weltmeisterschaft, und bei welchen Anbietern ist das erlaubt?

Erlaubt ist das nur bei Anbietern, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einer Sportwetterlaubnis geführt werden. Ein Eintrag ist ohne Altersnachweis und Verifizierung nicht möglich; teilnehmen darf man ab 18 Jahren. Eine .de-Adresse allein belegt keine Erlaubnis.

Welche Mannschaft hat die WM 2026 gewonnen, und wie lassen sich Favoritenquoten im Nachhinein einordnen?

Spanien gewann am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford das Finale gegen Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung und holte seinen zweiten WM-Titel. Im Nachhinein bleibt eine Favoritenquote die Einschätzung des Buchmachers zu einem offenen Ausgang – die Marge steckte auch in der richtigen Quote.

Darf bei lizenzierten deutschen Anbietern mit Krypto auf die WM gewettet werden?

Nein. Erlaubte Anbieter dürfen Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut annehmen; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Krypto-Angebote zum Turnier stammen von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis, ohne Anschluss an OASIS und LUGAS und ohne deutsche Rechtsmittel.

Wie funktionieren Gratiswetten und Wettboni zur WM, und was bedeutet Mindestquote?

Bonus und Gratiswette sind Angebote mit eigenen Bedingungen. Entscheidend sind der Umsatzfaktor und die Mindestquote, also die kleinste Quote, ab der ein Einsatz für den Umsatz zählt. Bei einer Gratiswette wird der Einsatz im Gewinnfall nicht mit ausgezahlt, was den Wert des Angebots spürbar senkt.

Welche Livewetten sind während eines WM-Spiels erlaubt?

Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente zulässig – beim Fußball also das nächste Tor, beim Tennis der nächste Satz. Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball sind es nicht.

Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote, und was ändert die Sportwettensteuer daran?

Die Auszahlung ist der Einsatz mal die Quote, der Nettogewinn der Einsatz mal Quote minus eins. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage aus Einsatz abzüglich Steuer, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie schuldet der Veranstalter; ob er sie in die Quote einpreist, entscheidet er.

Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten Bonus»