Wettanbieter mit Krypto in Deutschland: Wo der Zahlweg den Schutz kostet

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — die Angaben zu Erlaubnissen wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in der Fassung vom 2. Oktober 2026 geprüft.

Ein Serverraum mit Reihen schwarzer Schränke und blinkenden Lichtern in kühlem Licht, ohne Menschen.
Kryptowerte sind nach § 1 Absatz 11 Satz 4 KWG unter anderem digitale Darstellungen eines Wertes, der von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert wurde.

Wer nach einem Wettanbieter sucht, bei dem sich die Wette mit Bitcoin bezahlen lässt, findet schnell ein Dutzend Namen. Wer zusätzlich nachschaut, ob diese Namen in Deutschland eine Erlaubnis haben, findet keinen einzigen. Dies ist die direkte Wirkung einer Vorschrift: § 6b Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 lässt Einzahlungen bei erlaubten Sportwetten nur von einem Zahlungskonto zu, das auf den Namen des Spielenden selbst läuft, bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind damit ausgeschlossen. Bitcoin, Ether und jede andere Kryptowährung sind genau das — anonyme Zahlungsmittel — und deshalb nimmt kein Wettanbieter mit deutscher Erlaubnis sie an.

Damit steht die Frage dieses Vergleichs von Anfang an schief. Es gibt keine Auswahl unter zehn seriösen Krypto-Sportwetten-Anbietern, aus der man den besten küren könnte. Es gibt zwei Gruppen von Websites, die nichts gemeinsam haben außer dem Wort „Sportwetten“: auf der einen Seite Anbieter mit deutscher Erlaubnis, bei denen klassische Zahlwege und ein gesetzlicher Schutzapparat dahinterstehen, auf der anderen Seite ausländische Seiten ohne deutsche Erlaubnis, die Kryptowerte annehmen und dafür den gesamten Schutzmechanismus des deutschen Marktes hinter sich lassen. Auch die Auszahlung in Krypto gibt es nur in der zweiten Gruppe.

Über Geld spricht hier niemand gern, aber genau darum geht es in diesem Text: Was kostet der eine Weg, was der andere — und wem ist welcher zuzumuten.

Spielerschutz: was die Krypto-Seite aus dem Vertrag streicht

Ein Sportwettenanbieter mit deutscher Erlaubnis ist ein Unternehmen, dem der Staat eine Reihe von Pflichten auferlegt hat, die den Spielenden schützen sollen. Jede dieser Pflichten kann man als Kosten lesen: der Anbieter trägt sie, der Spielende merkt sie an Bequemlichkeit, Tempo und Obergrenzen. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis fallen sie weg — und wer dort spielt, merkt das nicht daran, dass etwas fehlt, sondern daran, dass alles bequemer, schneller und großzügiger wirkt.

Eine einzelne Metallmünze liegt auf einem dunklen Schreibtisch neben einem Notizbuch und einem Stift.
In Deutschland klärte erst das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 die ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin; zuvor bestanden hierzu keine verbindlichen steuerlichen Regeln.

OASIS und die Folgen beim Anbieter ohne Erlaubnis

Das bundesweite Sperrsystem heißt OASIS und steht in §§ 8 und 8a des Glücksspielstaatsvertrags. Wer sich dort sperren lässt, wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgeglichen — bei allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis, nicht nur bei dem, bei dem die Sperre ausgesprochen wurde. Wer einen Zeitraum nennt, bleibt mindestens drei Monate gesperrt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Selbstsperre, die nirgends greift, ist keine Sperre, sondern eine Notiz. Krypto-Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind an OASIS nicht angeschlossen; eine dort ausgesprochene Sperre hat für sie keine Wirkung, und wer sich bei ihnen sperren lassen will, muss sich darauf verlassen, dass die Website ihre eigene Zusage einhält.

Dasselbe Muster zeigt sich beim zweiten Register des deutschen Systems. LUGAS führt die Einzahlungslimits und die Aktivitätsdatei, über die paralleles Spiel bei mehreren Anbietern unterbunden wird. Beides ist an die deutsche Erlaubnis gebunden. Fehlt sie, gibt es keinen Ort, an dem ein Limit zentral hinterlegt wäre, und niemand hindert einen Spielenden daran, bei fünf ausländischen Seiten gleichzeitig zu spielen.

Das Einzahlungslimit und was es tatsächlich begrenzt

§ 6c Abs. 1 des Staatsvertrags setzt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € je Kalendermonat über alle Anbieter hinweg — nicht je Anbieter, und nicht je Woche. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spielenden ein höheres Limit eintragen, bis zu 10.000 €, für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler auch zwischen 10.000 € und 30.000 €. Das geht nicht auf Zuruf: verlangt ist ein nachweisbarer Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, eine bloße Selbstauskunft genügt nicht. Herabsetzen wirkt sofort, Erhöhen erst nach sieben Tagen.

Diese Wartezeit ist die eigentliche Erkenntnis der Vorschrift. Wer eine Erhöhung beantragt und sie am nächsten Abend schon nutzen könnte, hätte sie nie nötig gehabt.

Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis existiert kein solches Limit. Es gibt kein Kalendermonatsbudget, keine Sieben-Tage-Wartezeit und keine Prüfung der Leistungsfähigkeit — die einzige Schranke ist der Kontostand des eigenen Bankkontos oder der eigenen Wallet. Genau darin liegt der Reiz, und genau darin liegt das Problem. Ein Limit ist unangenehm, wenn man es reißen will. Es ist die einzige Bremse, die noch eingebaut ist, wenn der Abend länger wird als geplant.

Der Panikbutton und der Punkt, an dem Hilfe anfängt

§ 6i Abs. 3 kennt eine Sofortmaßnahme, die im Markt Panikbutton heißt: ein Klick, und das Konto ist für 24 Stunden gesperrt. Kein Formular, kein Support-Gespräch, keine Rückfrage. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hat keine solche Pflicht. Ob er etwas Vergleichbares anbietet, steht in seinen eigenen Bedingungen und ist von Anbieter zu Anbieter verschieden — ein Standard ist es nicht.

Wer merkt, dass er mehr setzt, als er sich vorgenommen hat, sollte den Schutz dort suchen, wo er verpflichtend eingebaut ist. Das bedeutet nicht, dass er deswegen bei einem Anbieter mit Erlaubnis spielen muss; es bedeutet, dass er vorher wissen sollte, was er aufgibt. Die Landesfachstellen für Suchtprävention und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beraten kostenlos und unabhängig davon, wo gespielt wird.

Der Anteil des Monatslimits, den ein Bonus verbraucht

Was viele bei der Rechnung übersehen: Beim Einzahlen zählt jeder Euro, egal wofür er gedacht war. Wer 200 € einzahlt, um damit eine Gratiswette freizuspielen, hat 200 € des Monatslimits verbraucht. Ein Bonus ist also nicht nur ein Geschenk mit Umsatzbedingungen, sondern belegt zusätzlich Budget in einem Mechanismus, der nicht mitwächst. Ein zweiter Anbieter mit Erlaubnis kann an dieser Stelle nur noch die Restsumme sehen. 1.000 € klingen großzügig. Über einen Monat mit mehreren Boni sind sie schnell verplant.

Krypto als Zahlweg: Was genau übertragen wird

Um zu verstehen, warum eine Krypto-Zahlung an einer Stelle verboten wird, an der eine Überweisung erlaubt ist, hilft ein Blick auf die Sache selbst — nicht auf die Wetten, sondern auf die Kryptowerte und die Fragen, die deutsche Behörden daran geknüpft haben.

Kryptowerte sind nach § 1 Absatz 11 Satz 4 des Kreditwesengesetzes unter anderem digitale Darstellungen eines Wertes, der von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert wurde. Diese sperrige Definition trifft den Kern: es gibt keinen Emittenten, der für den Wert einsteht, und keine Stelle, an der ein Zahlungskonto auf einen Namen laufen muss. Genau die fehlende Namensbindung ist der Grund, warum Einzahlungen in Krypto bei erlaubten Sportwetten nicht vorkommen.

Wo der Zahlweg durchsichtig bleibt und wo er endet

Ein häufiges Missverständnis lautet, Krypto-Zahlungen seien unsichtbar. Die Blockchain ist das Gegenteil: jede Transaktion ist dauerhaft verzeichnet, nachvollziehbar und für jeden einsehbar, der die Adresse kennt. Anonym ist nicht die Transaktion, sondern die Verknüpfung von Adresse und Person. Solange eine Wallet keiner Identität zugeordnet ist, lässt sich ein Zahlungsstrom nicht ohne Weiteres einer Person zurechnen — und genau das ist der Punkt, an dem die deutsche Vorschrift ansetzt. Nicht die Technik ist das Problem, sondern die fehlende Zuordnung zu einem Konto, das auf den Namen des Spielenden läuft.

Wer heute eine Wallet bei einer deutschen Handelsplattform führt, hat diese Zuordnung faktisch schon hergestellt. Der Zahlweg ist dann nicht mehr anonym, aber er ist weiterhin kein Zahlungskonto im Sinne des Geldwäschegesetzes — und damit für Einzahlungen bei erlaubten Sportwetten weiterhin unzulässig.

Verwahrung, Zulassung und die Fragen der Aufsicht

Die BaFin hat im Zusammenhang mit Kryptowerten zwei Zuständigkeiten, die man auseinanderhalten muss. Die eine betrifft das qualifizierte Kryptoverwahrgeschäft, das in Deutschland grundsätzlich erlaubnispflichtig ist; die Pflicht folgt aus § 32 Absatz 1 in Verbindung mit § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 6 des Kreditwesengesetzes. Das Merkblatt der BaFin zum Kryptoverwahrgeschäft vom 2. März 2020, zuletzt geändert am 25. September 2023, beschreibt diesen Tatbestand als Verwahrung, Verwaltung und Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln.

Die andere betrifft die Zulassung von Kryptowerte-Dienstleistern, englisch Crypto Asset Service Provider, unter der europäischen Verordnung MiCAR. Sie regelt Zulassungspflicht, Ausnahmen und das Zulassungsverfahren, und in Deutschland erteilt die BaFin diese Zulassung. Wer also Kryptowerte für Kunden verwahrt oder Dienstleistungen daran erbringt, braucht dafür eine Erlaubnis. Wer nur seine eigene Wallet hält, nicht.

Für die Frage der Sportwetten hilft diese Ordnung insofern, als sie die Grenze sichtbar macht: Ein Anbieter, der Kryptoeinzahlungen entgegennimmt, wird dadurch nicht zu einem regulierten Kryptodienstleister. Die BaFin-Aufsicht über einen Verwahrer sagt nichts über die Erlaubnis eines Wettanbieters, und umgekehrt.

Die Rangliste: Zehn Anbieter, zwei Gruppen, ein Vergleich ohne Rechenfehler

Die folgende Übersicht führt zehn Anbieter, sortiert nach einem Kriterium, das man nicht wegdiskutieren kann: der deutschen Erlaubnis. In der ersten Gruppe stehen sechs Marken, die die GGL auf ihrer Whitelist (§ 9 Abs. 8 Glücksspielstaatsvertrag) mit einer Sportwetten-Erlaubnis führt; die Whitelist in der Fassung vom 2. Oktober 2026 ist der einzige verbindliche Nachweis einer Erlaubnis, und sie weist je Marke einen Erlaubnisinhaber und ein Datum aus, an dem die Erlaubnis erstmals erteilt wurde. In der zweiten Gruppe stehen vier Marken ohne deutsche Erlaubnis. Sie stehen hier, weil deutsche Spielende ihnen begegnen — nicht als Empfehlung, und nicht, weil die beiden Gruppen vergleichbar wären. Sie sind es nicht.

Anbieter Status auf der GGL-Whitelist Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Betway eingetragen, Sportwetten Betway Limited 09.03.2021
Wettarena eingetragen, Sportwetten I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020
MERKUR BETS eingetragen, Sportwetten Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
Interwetten eingetragen, Sportwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
DAZN Bet eingetragen, Sportwetten DZBT Operations Limited 22.08.2023
bwin eingetragen, Sportwetten bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Allyspin nicht eingetragen — —
22Bet nicht eingetragen — —
Playzilla nicht eingetragen — —
Sportaza nicht eingetragen — —

Die Whitelist ist kein Gütesiegel für ein Produkt, sondern eine Aussage über eine Erlaubnis. Sie nennt je Eintrag ein Datum, aber kein Enddatum — wer eine Marke prüfen will, sieht dort also, seit wann eine Erlaubnis läuft, und nicht, wie lange sie noch gilt. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre. Auch das sollte man wissen, bevor man ein Datum als Gütesiegel liest: 2020 und 2021 sind keine Ewigkeit her, und ein Eintrag bedeutet nicht, dass die Erlaubnis heute noch in derselben Form besteht.

Zweitens: Ein Eintrag auf der Whitelist gilt immer nur für die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht. Dieselbe Betreibergesellschaft kann daneben eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele halten — das ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und sagt über den Sportwettenbereich nichts. Drittens sagt eine .de-Endung allein gar nichts; jede auf der Whitelist geführte Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain ohne Eintrag ist genauso ausländisches Angebot wie eine .com.

Der Blick auf die vierzehn Zahlen der Tabelle, sechs Erlaubnisdaten und acht Striche, erzählt die eigentliche Geschichte dieses Vergleichs: Es gibt hier nichts zu vergleichen. Eine Sortierung nach „besten Konditionen“ setzt voraus, dass die Anbieter im selben Wettbewerb stehen. Sie tun es nicht. Der eine Teil unterliegt einem Aufsichtsregime mit monatlichem Einzahlungslimit und Live-Wetten-Beschränkung, der andere keinem.

Wer trotzdem eine Reihenfolge will, sollte sie so lesen: In der ersten Gruppe entscheidet der eigene Geschmack an Bedienung, Sportarten und Quoten. In der zweiten Gruppe entscheidet man nicht zwischen Anbietern, sondern zwischen zwei Systemen — und bezahlt die Differenz mit dem Verzicht auf Sperrsystem, Limitdatei, Einzahlungslimit und deutschen Rechtsschutz.

Was Krypto-Sportwetten in Deutschland grundsätzlich sind

Die Frage, ob man seine Sportwetten mit Bitcoin bezahlen kann, hat in Deutschland eine Sonderstellung, die aus zwei Teilen besteht: einem technischen und einem rechtlichen. Technisch wäre eine Einzahlung in Kryptowerten so einfach wie jede andere — eine Adresse, ein Betrag, eine Bestätigung. Rechtlich ist sie bei einem erlaubten Anbieter ausgeschlossen. Diese beiden Sätze stehen nebeneinander und erklären die ganze Landschaft, in der deutsche Spielende sich orientieren.

Das deutsche Modell geht davon aus, dass Wettanbieter einen Rahmen brauchen, weil die Tätigkeit ein Risiko für die Spielenden birgt und der Staat Geld daran verdient. § 9a Absatz 1 Nummer 3 in Verbindung mit § 27f Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags regelt die Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln; § 28a gibt der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder das Recht, die Einhaltung zu überwachen und Bußgelder zu verhängen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 gilt seit dem 1. Juli 2021; die GGL sitzt in Halle an der Saale, und die Steuer auf Sportwetten ist Sache der Finanzämter, nicht der Behörde.

Innerhalb dieses Rahmens soll der Zahlweg nicht anonym sein. Die Regelung dazu steht in § 6b Absatz 4 des Staatsvertrags: Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto zulässig, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Der Grund ist unspektakulär. Wer einer Sperre unterliegt, soll nicht unterwegs ein anderes Zahlungsmittel benutzen können, um sie zu umgehen. Der Zahlweg und das Sperrsystem müssen an derselben Person hängen, sonst hängt die Sperre in der Luft.

Wer mehr über Zahlungen, Grenzen und den Aufbau des erlaubten Angebots nachlesen will, findet das in den Abschnitten zur Spielerschutz-Regelung sowie zur Rechtslage und Zulassung.

Der Handel, der in Deutschland bereits geregelt ist

Krypto selbst ist kein rechtsfreier Raum. Der Europäische Gerichtshof entschied am 22. Oktober 2015 in der Rechtssache Hedqvist, dass beim Kauf und Verkauf von Bitcoin-Einheiten keine Mehrwertsteuer anfällt; das Bundesfinanzministerium bestätigte den Inhalt des Urteils am 27. Februar 2018 gegenüber den obersten Länderfinanzbehörden. In Deutschland klärte erst das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 die ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin; zuvor bestanden hierzu keine verbindlichen steuerlichen Regeln.

Das ist ein eigenes, gut ausgebautes Regelwerk — für den Handel mit Kryptowerten. Für Sportwetten gilt es nicht. Ein deutscher Spielender kann sehr wohl Kryptowerte halten, tauschen und versteuern, und er kann genau dieselben Kryptowerte nicht als Einsatz bei einem erlaubten Wettanbieter einzahlen. Diese beiden Sätze widersprechen sich nicht. Sie beschreiben zwei verschiedene Tätigkeiten, von denen der Gesetzgeber nur eine an die Erlaubnis gekoppelt hat.

Wie § 1 Absatz 11 Satz 4 KWG die Grenze zieht

Die Definition der Kryptowerte im Kreditwesengesetz arbeitet mit einem negativen Merkmal. Kryptowerte sind nach § 1 Absatz 11 Satz 4 KWG unter anderem digitale Darstellungen eines Wertes, der von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert wurde. Das entscheidende Wort ist „keine“: Es gibt keine Instanz, die für den Wert einsteht, den Bestand garantiert oder ihn auf einen Namen ausstellt. Bei einer Banküberweisung existiert ein Institut mit Erlaubnis und ein Konto mit Kontoinhaber. Bei einer Krypto-Transaktion existiert eine Adresse ohne Namen.

Beide Bausteine greifen ineinander. Weil Kryptowerte von keiner Stelle emittiert werden, lässt sich über sie ein Zahlungskonto im Sinne des Geldwäschegesetzes nicht abbilden. Und weil § 6b Absatz 4 dieses Konto verlangt, bleibt Krypto beim erlaubten Anbieter außen vor. Das Verbot richtet sich nicht gegen die Technik, sondern gegen den fehlenden Namen — was erklärt, warum auch ein Spielender mit vollständig verifizierter Identität bei einem erlaubten Anbieter nicht in Krypto einzahlen kann.

Wer sich dafür interessiert, was ein Anbieter an Zahlwegen anbietet, findet die Auskunft im Sportwettprogramm und in den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Veranstalters. Die Zahlungswege eines Anbieters sind dessen eigene Sache und ergeben sich aus seinen Bedingungen, nicht aus dem Staatsvertrag.

Krypto-Wetten ohne Erlaubnis: die Rechtslage und was sie Spielenden nimmt

Wer Sportwetten für Menschen in Deutschland veranstaltet, ohne die deutsche Erlaubnis zu haben, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags. Eine Lizenz aus Curaçao, aus Anjouan oder aus Malta hat in Deutschland keine Bedeutung; sie erlaubt dem Unternehmen eine Tätigkeit in einem anderen Rechtsraum, sie erlaubt ihm nicht, in Deutschland ein Angebot zu betreiben. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt.

Eine Waage aus Messing steht auf einem Holztisch vor einem Fenster, im Hintergrund unscharf ein Bücherregal.
Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Wer sich die zehn Anbieter dieser Übersicht ansieht, erkennt das Muster sofort. Sechs Marken stehen auf der Whitelist und haben damit eine deutsche Erlaubnis. Vier stehen nicht darauf, und bei ihnen findet sich kein Bescheid, kein Inhaber, kein Datum. Das ist der sichtbare Teil. Der unsichtbare ist der, um den es hier geht.

Was fehlt, wenn OASIS und LUGAS nicht greifen

Die beiden Register sind der eigentliche Grund, warum die deutsche Erlaubnis für Spielende mehr wert ist als ein Stempel. OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem nach §§ 8 und 8a des Staatsvertrags; wer dort steht, kommt bei jedem erlaubten Anbieter nicht hinein. LUGAS ist die Limitdatei, die das Einzahlungslimit und die parallele Nutzung mehrerer Anbieter steuert. Beide Systeme sind über die Erlaubnis angebunden.

Eine Website ohne deutsche Erlaubnis ist an keinem der beiden Systeme angeschlossen. Eine Sperre, die ein Spielender dort nicht ausspricht, existiert nicht; eine Sperre, die er ausspricht, gilt nur für diese eine Seite. Genau darin liegt das Problem, das man nicht durch Vorsicht ausgleichen kann: Der Wert von OASIS liegt darin, dass er für den Spielenden arbeitet, wenn dieser gerade nicht mehr konsequent für sich selbst arbeitet. Ein System, das nur greift, solange man es einhält, hat diesen Vorteil nicht.

Was ein Streit vor einem deutschen Gericht wert ist

Ein Vertrag mit einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist ein Vertrag mit einem Unternehmen im Ausland. Wer sich über eine abgelehnte Auszahlung, ein gesperrtes Konto oder eine nicht anerkannte Wette beschwert, verhandelt mit einer Gesellschaft mit Sitz in Curaçao, Anjouan oder Malta und nach deren anwendbarem Recht. Es gibt keine deutsche Aufsichtsbehörde, die für ihn einschreitet, keine Beschwerdestelle, die den Anbieter zu einer Antwort zwingt, und keine deutsche Erlaubnis, die man entziehen könnte.

Die deutsche Zivilrechtsprechung hat in mehreren Fällen Anbieter, die keine deutsche Erlaubnis hatten, zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, liegt beim Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof hat sie ihm am 25. Juli 2024 vorgelegt, Aktenzeichen I ZR 90/23; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus, und niemandem ist damit eine Rückzahlung zugesagt.

Was das Strafrecht regelt und was es offenlässt

Auf der Strafseite kennt das Gesetz den Veranstalter und den Werbenden: § 284 des Strafgesetzbuchs stellt das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels unter Strafe und sieht dafür bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor, die Werbung dafür bis zu einem Jahr. Die Teilnahme ist in § 285 geregelt und mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe belegt. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht feststellbar — das ist kein Freibrief und ebenso wenig ein Grund, das Strafmaß für Spielende zu dramatisieren. Es ist der Stand: Der Aufwand der Behörden richtet sich auf Anbieter.

Zur Durchsetzung stehen dem Staat Sperrverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzsperren zur Verfügung, geregelt in § 9 des Staatsvertrags. Dass ein Angebot erreichbar ist, heißt deshalb nicht, dass es erlaubt ist. Es heißt, dass eine technische Sperre noch nicht gegriffen hat.

Was der Spielende behält und was er verliert

Bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis liegen die Spielgelder auf einem treuhänderischen Konto, das gegen eine Insolvenz des Anbieters geschützt ist; bei Schließung des Kontos wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, geregelt in § 6b Absätze 6 und 7. Das ist der Punkt, den man am wenigsten merkt, solange nichts passiert — und der am meisten wert ist, wenn etwas passiert.

Bei einem Anbieter ohne Erlaubnis fehlt diese Zusage. Der Schutzapparat, den die deutsche Erlaubnis mitbringt, umfasst das Sperrsystem, die Limitdatei, das Einzahlungslimit, die Prüfung, die Insolvenzsicherung und den deutschen Rechtsweg. Das ist der Preis, den ein Krypto-Anbieter nicht berechnet, weil er ihn nicht trägt.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die Reihenfolge folgt der Übersicht. Wer eine Marke mit deutscher Erlaubnis sucht, findet sie in den ersten sechs Abschnitten; die letzten vier Anbieter haben keine deutsche Erlaubnis, und das steht bei jedem von ihnen im ersten Satz.

Betway: die lange Erlaubnis, ein klassisches Buch

Auf der Whitelist der GGL steht für Betway die Betway Limited; die Marke wird dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt, die seit dem 09.03.2021 läuft, mit einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Ein Erlaubnisbestand über mehrere Erteilungsrunden hinweg ist im deutschen Markt nichts Außergewöhnliches, aber es ist der Fall, in dem sich eine Regel des Systems am deutlichsten zeigt: Die Whitelist nennt das Datum der Erteilung und kein Enddatum, und wer sie liest, um zu prüfen, ob eine Marke heute im Rahmen ihrer Erlaubnis operiert, bekommt nur den halben Befund.

Betway gehört zu den Anbietern, deren deutsche Seite ausschließlich mit dem arbeitet, was der Rahmen vorsieht: Einzahlung vom eigenen, auf den Namen lautenden Zahlungskonto und damit keine Krypto-Einzahlung, und Einzel- und Kombiwetten auf das Programm, das die GGL zulässt. Wer bei Betway spielt, spielt unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder — mit allem, was dazugehört, und mit allem, was daran fehlt.

Für einen Spielenden, dessen wichtigstes Kriterium Sportartenbreite, Quote und Bedienung ist und der die Einzahlung ohnehin nie in Krypto vorgenommen hätte, ist Betway die unkomplizierte Wahl. Betway ist kein Krypto-Anbieter.

Wettarena: neue Marke, etablierter Erlaubnisinhaber

Die Marke Wettarena wird nach ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, angeboten. Auf der Whitelist der GGL ist sie mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 geführt, mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Zwei Dinge sind hier interessant. Erstens: dass eine jüngere Marke in Deutschland von einer etablierten Gesellschaft mit langer Erlaubnishistorie getragen werden kann. Zweitens: dass die Whitelist den Betreiber benennt und nicht die Marke. Wer die Erlaubnis nur über den Namen sucht, den er im Marketing sieht, findet nichts.

Wettarena nimmt keine Kryptowährungen an und kann das auch nicht, solange sie unter ihrer deutschen Erlaubnis läuft. Wer die Marke wegen ihres Namen für ein Krypto-Angebot hält, liegt falsch.

MERKUR BETS: der deutsche Weg mit Automatenspiel im Portfolio

Die Merkur Bets Malta Limited, Betreiberin von MERKUR BETS, hat ihren Sitz im St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, in St. Julian’s auf Malta. Die Whitelist führt die Domain mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023. Die Betreibergesellschaft stammt aus dem Umfeld einer traditionsreichen deutschen Glücksspielgruppe.

Für dieses Thema ist eine Unterscheidung wichtig, die bei Marken mit mehreren Erlaubnissen leicht verwischt: Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist eine andere Erlaubnis als die für Sportwetten, mit anderen Regeln und anderen Pflichten. Ein Anbieter, der beides hält, ist im Sportwettenbereich nicht automatisch irgendwie mehr. Was für den Sportwettenbereich gilt, steht unter der Sportwetten-Erlaubnis.

MERKUR BETS ist damit ein Anbieter des erlaubten Modells und kein Krypto-Anbieter. Wer Krypto einzahlend spielen will, wird hier nicht fündig.

Interwetten: Erlaubnis aus einer frühen Erteilungsrunde

Für Interwetten führt die Whitelist der GGL die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta. Die Marke steht dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis, die seit dem 02.11.2020 läuft, mit einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Die Erteilungsrunden von 2020 und die Folgeerlaubnisse von 2022 sind über die Anbieter hinweg zu einem Muster geworden: Fast alle deutschen Sportwetten-Erlaubnisse, die 2020 und 2021 erteilt wurden, erhielten Ende 2022 eine Folgeerlaubnis, weil der damalige Prozess um eine neue Bewerbungsrunde ergänzt wurde. Wer die Erlaubnis einer Marke prüft, sollte deshalb beide Daten lesen und nicht nur das zweite: Die Whitelist führt sie als einen Eintrag mit mehreren Daten. Der Wortlaut auf der Whitelist „Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020“ bleibt bestehen, die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre.

Kein Krypto, keine Auszahlung in Krypto, Einzahlung nur vom eigenen Zahlungskonto.

DAZN Bet: späte Erlaubnis, klare Grenze beim Liveangebot

Die DZBT Operations Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter DAZN Bet, hat ihren Sitz in der MRO Frank Galea Street in Zebbug auf Malta; die GGL verzeichnet für die Marke eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023.

DAZN Bet ist der jüngste Erlaubnisbestand unter den sechs hier geführten Marken. Das sagt nichts über die Qualität des Angebots, aber es sagt etwas über den Markt: Der deutsche Sportwettenmarkt ist nicht geschlossen, neue Anbieter kommen mit deutscher Erlaubnis hinzu.

Und genau hier liegt für dieses Thema der relevante Punkt: Ein Liveangebot bei einem erlaubten Anbieter ist ein anderes Produkt als ein Liveangebot auf einer Offshore-Seite. § 21 Absatz 4 des Staatsvertrags erlaubt bei laufendem Ereignis nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbares Ereignis in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Wer von einer ausländischen Seite ein Liveangebot mit jeder denkbaren Wette kennt, wird bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis ein engeres Angebot finden — das ist der Preis des Rahmens, nicht ein Mangel der Marke.

DAZN Bet nimmt kein Krypto an. Wer Live-Wetten mit vollem Programm will, muss dafür aus dem erlaubten Angebot heraus.

bwin: die bekannte Marke, an denselben Regeln gemessen

Als Anbieter von bwin führt die Whitelist der GGL die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta; die Marke steht dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis, die seit dem 09.10.2020 läuft, und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Bei bwin lohnt die Betonung, dass der Name im Marketing und der Name im Erlaubnisregister nicht identisch sein müssen. Die Whitelist nennt den Inhaber der Erlaubnis; im deutschen Markt firmiert die Marke unter ihrer deutschen Gesellschaft. Wer eine Erlaubnis prüfen will, prüft den Inhaber, nicht die Marke.

bwin arbeitet im erlaubten Rahmen: Einzahlung vom eigenen Zahlungskonto, Wetten auf das von der GGL zugelassene Programm, kein Krypto. Wer bei bwin spielt, zahlt in Euro ein und erhält Gewinne nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt; eine Auszahlung in einer Kryptowährung ist nicht möglich.

Allyspin: Sportbuch vorhanden, deutsche Erlaubnis nicht

Allyspin führt auf der eigenen Website einen Sportwettenbereich mit den Unterseiten Live-Wetten und virtuelle Sportarten; als Sportarten sind unter anderem Fußball, Tennis, Tischtennis, Basketball, Eishockey, American Football und Baseball aufgeführt — so beschreibt es die Website selbst.

Allyspin steht nicht auf der Whitelist der GGL, hat also keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und ist an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen. Als Erlaubnis nennen Quellen von dritter Seite Curaçao; das hat in Deutschland keine Bedeutung.

Diese Website hat damit genau die Kombination, nach der die Suchanfrage dieses Textes gebaut ist: ein Sportwettenbereich, der auf der eigenen Seite beworben wird, und eine Sportartenliste, die für deutsche Spielende breit genug aussieht — und dazu kein Eintrag auf der Whitelist. Wer dort spielt, spielt ohne deutsche Erlaubnis, ohne Sperrsystem, ohne Limitdatei und ohne deutschen Rechtsschutz. Die Sportartenliste der Seite ändert daran nichts.

22Bet: breites Sportprogramm, keine Whitelist

22Bet führt auf der eigenen Webseite einen Sportwettenbereich mit Wetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen — so beschreibt es die Seite selbst.

Das ist eine Sportartenauswahl, bei der die deutschen Interessen Biathlon und Eishockey prominent vorkommen und Boxen ebenfalls. Wer sein Konto bei einem erlaubten Anbieter führt, findet dort ein Programm, das von der GGL zugelassen sein muss. Wer ein Programm sucht, das es in dieser Form bei einem erlaubten Anbieter nicht gibt, wird bei 22Bet fündig — und kauft die Erweiterung des Angebots mit dem Verzicht auf den deutschen Rahmen.

22Bet steht nicht auf der Whitelist der GGL; eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis besteht nicht, der Anschluss an OASIS und LUGAS ebenso wenig. Als Erlaubnis nennen Quellen von dritter Seite Curaçao, was in Deutschland ohne Bedeutung ist.

Playzilla: Sportsbook mit Live-Wetten ohne deutsche Erlaubnis

Playzilla bietet auf der eigenen Website einen Sportsbook-Bereich mit Live-Wetten und virtuellen Sportwetten an — nach der Beschreibung der Seite selbst.

Das Liveangebot ist bei einer Seite ohne deutsche Erlaubnis kein Qualitätsmerkmal, sondern die Kehrseite des erlaubten Rahmens. Wo § 21 Absatz 4 bei laufendem Ereignis auf Endergebnis und seltene Ereignisse begrenzt, kann eine Seite außerhalb dieser Erlaubnis ihr Liveprogramm frei aufbauen. Das Angebot ist breiter; der Grund dafür ist nicht Fortschritt, sondern die nicht vorhandene Erlaubnis.

Playzilla steht nicht auf der Whitelist der GGL, hat keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und ist an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen. Quellen von dritter Seite nennen Curaçao als Erlaubnis; in Deutschland hat das keine Bedeutung.

Sportaza: eine Erlaubnis, die in Deutschland nichts wert ist

Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan, Union der Komoren, lizenziert und reguliert zu sein, und nennt eine Lizenznummer.

Das ist der klarste Fall von allen, weil das Unternehmen seine Erlaubnis selbst benennt. Anjouan ist ein Rechtsraum mit eigener Aufsichtsstruktur; diese Erlaubnis erlaubt einem Unternehmen eine Tätigkeit nach dem Recht von Anjouan. In Deutschland hat sie keine Bedeutung. Eine Erlaubnis aus einem anderen Rechtsraum ist kein Ersatz für eine deutsche Erlaubnis und keine Absicherung gegenüber der deutschen Aufsicht; die Whitelist der GGL führt die Marke nicht.

Wer auf Sportaza ein Konto unterhält, hat keine Sperre in einem System, das über eine Website hinaus wirkt, kein Einzahlungslimit, das an ein Register angebunden ist, und keine Aufsichtsbehörde, bei der er sich beschweren kann. Die Angabe in der Fußzeile ist keine Antwort auf die Frage, ob man in Deutschland dort spielen darf.

Was vom Einsatz übrig bleibt: die Rechnung, die keine Rabattaktion kennt

Eine Wette lässt sich immer auf dieselbe Weise lesen: Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette mit 10 € Einsatz und einer Quote von 2,50 steht ein möglicher Rückfluss von 25 € im Raum, davon 15 € Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Teilwetten zu einem Gesamtpreis. Das ist keine Prognose, sondern Bruchrechnen — die Frage, wie wahrscheinlich der Ausgang ist, beantwortet es nicht.

Wie viel ein Markt von allen Einsätzen zurückzahlt, sagt die Quote selbst. Der Quotenschlüssel einer Drei-Weg-Wette ist 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + 1/Quote₃) über alle drei Ausgänge; die Marge ist 100 % minus dieses Wertes. Wo die Ziffern eine Quote von 2,10 zeigen, könnte man auch 2,08 oder 2,15 sehen — die Differenz dorthin ist der Anteil, den der Veranstalter einbehält, bevor überhaupt ein Ball rollt. Kein Anbieter nennt diese Zahl in der Werbung, und wer sich für Quoten interessiert, findet sie in der eigenen Rechnung, nicht auf einem Werbebanner.

Ein schwankender Krypto-Kurs kommt erst danach ins Spiel. Wer bei einem Anbieter ein- und auszahlt, bei dem der Kurs zwischen Zahlung und Gutschrift läuft, verliert oder gewinnt an genau dieser Bewegung, ohne dass eine Wette im Spiel wäre. Zusätzlich fällt bei jedem Tausch eine Kursdifferenz an, die von der Plattform gesetzt wird, nicht von der Börse. Beides ist kein Buchungsfehler. Es ist der Preis des Zahlwegs.

Die Steuer gehört in dieselbe Zeile. Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beträgt 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage, die §§ 17 und 18 als den bezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst definieren — das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende (§ 19). Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, ist seine eigene Entscheidung und steht in seinen Bedingungen. Dabei handelt es sich um 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags).

Bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist diese Steuer Teil des Rahmens, in dem der Anbieter kalkuliert. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis fällt sie ebenfalls an: Eine Steuerzahlung ist kein Nachweis einer Erlaubnis. Wer aus einer abgeführten Steuer auf eine Zulassung schließt, schließt falsch.

Häufige Fragen zu Krypto bei Sportwetten

Lassen sich Sportwetten in Deutschland mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen bezahlen?

Bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis nicht. § 6b Absatz 4 des Glücksspielstaatsvertrags lässt Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto zu, das auf den Namen des Spielenden läuft und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Kryptowerte bilden kein solches Konto ab.

Warum nimmt kein Anbieter auf der GGL-Whitelist Krypto-Zahlungen an?

Weil die Whitelist eine Erlaubnis abbildet, an die die Pflicht aus § 6b Absatz 4 gebunden ist. Ein anonymes Zahlungsmittel lässt sich über kein Konto auf den Namen des Spielenden abwickeln. Ein Anbieter auf der Whitelist müsste gegen seine eigene Erlaubnisbedingung verstoßen, um Krypto anzunehmen.

Was bedeutet „ohne OASIS“ oder „ohne LUGAS“ für den Schutz der Spielenden?

Dass keine Verbindung zu den beiden deutschen Registern besteht. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8 und 8a; LUGAS führt Einzahlungslimit und Aktivitätsdatei. Wer dort steht, wird bei keinem erlaubten Anbieter hereingelassen. Eine Seite außerhalb dieser Systeme ist an keines davon angebunden.

Welche Rechte bestehen bei einem Streit mit einem Krypto-Wettanbieter ohne deutsche Erlaubnis?

Der Vertrag unterliegt dem Recht des Sitzlandes der Gesellschaft, und keine deutsche Aufsichtsbehörde greift für den Spielenden ein. Deutsche Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt beim Europäischen Gerichtshof. Eine zugesagte Rückzahlung gibt es für niemanden.

Wie behandelt das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 Bitcoin steuerlich?

Es hat die ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin in Deutschland erstmals verbindlich geklärt; zuvor bestanden hierzu keine verbindlichen Regeln. Für die Mehrwertsteuer hatte der Europäische Gerichtshof bereits am 22. Oktober 2015 in der Rechtssache Hedqvist entschieden, dass beim Kauf und Verkauf von Bitcoin-Einheiten keine Mehrwertsteuer anfällt. Für einzelne Fälle gehört die Frage zu einem Steuerberater.

Wie berechnet sich eine Auszahlung aus Einsatz und Quote, und was ändert ein schwankender Kurs daran?

Der Rückfluss ist Einsatz mal Quote: 10 € zu einer Quote von 2,50 ergeben 25 €, davon 15 € Nettogewinn; bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten. Ein schwankender Kurs betrifft nur den Zahlweg — beim Tausch zwischen Kryptowährung und Euro entstehen Kursgewinne oder Kursverluste, unabhängig vom Ausgang der Wette.

Was am Ende zu tun bleibt

Wer seine Wette mit Bitcoin bezahlen will, wird in Deutschland keinen Anbieter finden, der dazu berechtigt ist — nicht, weil das Angebot fehlt, sondern weil der Zahlweg und die Sperre an dieselbe Person gebunden sein müssen, und Krypto diese Bindung nicht herstellt. Wer auf einer der vier ausländischen Seiten spielt, die in dieser Übersicht stehen, gibt dafür den gesamten Schutzmechanismus auf: Sperrsystem, Limitdatei, Einzahlungslimit, Insolvenzsicherung, Beschwerdestelle. Das ist der Preis dieses Zahlwegs, und er wird nicht in Rechnung gestellt.

Wer umgekehrt die Sicherheit des deutschen Rahmens höher bewertet als den Komfort, in Krypto einzuzahlen, wählt unter den sechs Marken mit Erlaubnis und entscheidet dann nach Sportarten, Quoten und Bedienung. Wer einen Anbieter mit deutscher Erlaubnis auswählt, prüft ihn auf der Whitelist der GGL und liest das Datum, das dort steht — mehr als eine Bestätigung, wann die Erlaubnis erstmals erteilt wurde, gibt die Liste nicht her.

Wer wissen will, ob sich ein Anbieter in einer bestimmten Frage an die Regeln hält, findet die Antwort in dessen Sportwettprogramm und in dessen Teilnahmebedingungen und in OASIS, nicht in einer Werbeseite. Wer beim Spielen an einen Punkt kommt, an dem er sich selbst nicht mehr bremsen kann, findet kostenlose Beratung bei den Landesfachstellen für Suchtprävention und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung — unabhängig davon, wo gespielt wird.

Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten Bonus»